Speyer
Timos Woche: Feuerwehr und Feuerwerk
Aufregung: Viele Einsätze für die Feuerwehr
Nach all der Aufregung der vergangenen Wochen und Monate wird es so langsam Zeit für ein wenig Besinnlichkeit. Wobei auch die Woche vor den Festtagen mit einem Aufreger losging. Auf dem Passagierschiff „Thurgau Gold“ schlugen die Brandmelder Alarm. Glück im Unglück für die Gäste an Bord, dass das Schiff gerade den Rhein in unmittelbarer Nähe Speyers befuhr und schnell anlanden konnte. Zum Glück ist niemand verletzt worden. Zum Glück war die Feuerwehr schnell zur Stelle. Zum Glück konnte sie die Passagiere problemlos im „Alten Hammer“ unterbringen, den einer der Kameraden betreibt. Die ereignisreiche Woche lag da am frühen Montagmorgen noch vor den Einsatzkräften, die kürzlich Einsatz Nummer 1100 in diesem Jahr verkündeten. Ob eine Gartenlaube am Flugplatz brennt oder ein Gebäude in der Innenstadt evakuiert werden muss: Die Brandschützer waren stets zur Stelle. Immer zuverlässig, immer mit vollem Einsatz. Die Stadt kann stolz auf ihre Feuerwehr sein.
Abregung: Feuerwerk über dem Dom
Auch am Donnerstagabend wachten die Wehrleute über das große Höhenfeuerwerk, das sieben Minuten über dem Dom leuchtete. Ein schönes Spektakel, ein Besuchermagnet. Ähnlich bunt wie der Vorgänger „Altpörtel in Flammen“. Bestens geeignet, um all die Podest-Probleme und Klimaoasen-Kritik des Jahres zumindest kurz zu vergessen. Vergangenes Jahr war das Aus für Altpörtel in Flammen eines der bewegenden Themen in der Vorweihnachtszeit. Ich muss jedes Mal wieder nachlesen, warum in die eine Blickrichtung Feuerwerk in Ordnung geht, in die andere aber nicht. Die Sicherheitsanforderungen sind mit Blickrichtung Altpörtel gewaltig. Die Maximilianstraße ist eng, es bräuchte Entfluchtungs- und Besucherlenkungspläne, zudem abgetrennte Sektoren. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht die Sache anders aus. Da schauen viele vom Weihnachtsmarkt aus zu – mit geprüftem Entfluchtungskonzept. Und direkt auf dem Domplatz ist die Lage ohnehin besser. Dort gibt’s die beste Sicht für das siebenminütige Spektakel und vor allen Dingen deutlich großzügigere Räume als auf der „Maxi“ vor dem Altpörtel. Das ist dann jedes Mal wieder einleuchtend – besonders beim Gang durch die menschenbevölkerte und enge Innenstadt.
Verwunderung: 0-Euro-Schein im Internet
Bis wir alle zur Ruhe kommen, muss der eine oder andere sicher noch Weihnachtseinkäufe erledigen oder schnell die letzten Geschenke besorgen. Da kommt die Neuauflage des Speyerer 0-Euro-Scheins mit Dommotiv gerade recht. Zugegeben, ich war anfangs skeptisch, doch die große Nachfrage nach dem Sammelobjekt hat mich eines besseren belehrt. Manch ein Sammler nahm weite Wege auf sich, um den Speyerer Schein in seine Kollektion aufzunehmen. Kurios: Inzwischen wird der für drei Euro verkaufte Schein mitunter für den dreifachen Preis im Internet angeboten. Plus Versandkosten, versteht sich. Erstaunlich, woraus manch einer Profit schlagen will.
Bescherung: Kein Aber nach dem Danke
Also, die Besinnlichkeit müssen wir noch um ein paar Tage aufschieben. Aber spätestens ab Montag ist Ruhe! Falls es dem einen oder anderen dann doch zu langweilig wird, kann er sich vor Heiligabend noch flugs die Überlegungen der SRH Fernhochschule zur Geschenkpsychologie durchlesen und zur Bescherung einen Selbstversuch vorbereiten. Wie reagiert man eigentlich auf Geschenke? Denn die Ursache dafür hat nicht zwingend etwas mit dem Inhalt zu tun, „sondern liegt noch viel tiefer vergraben als unter zig Schichten weihnachtlichem Geschenkpapier“, schreibt die SRH. Sie liege in unserer aller Kindheit und wie Bezugspersonen auf unsere Bedürfnisse reagiert haben. „Das wär’ doch nicht nötig gewesen“, haben wir vermutlich alle schon mal gesagt oder gehört. Wer so spricht, ist der unsicher-vermeidende Typ. „Diese Menschen erlebten in der Kindheit oft emotionale Zurückweisung. Um sich zu schützen, unterdrückten sie ihre Gefühle und Bedürfnisse“, ordnet das die promovierte Entwicklungspsychologin Julia Zwank ein. Solche tief verwurzelten Unsicherheiten seien nicht einfach zu heilen, aber einfach mal das „Aber“ nach dem Danke wegzulassen, sei ein toller Anfang. Einfach akzeptieren, dass andere einem eine Freude machen wollen, ganz ohne Gegenleistung: „Denn für manche Menschen sind Sie vielleicht sogar das größte Geschenk.“ Mehr Besinnlichkeit kann man heute wirklich nicht verlangen.