Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Steuer, Busfahren, Wärme, Freizeit: So teuer wird Speyer 2026

Neue Abgabe: Zweitwohnsitze werden besteuert.
Neue Abgabe: Zweitwohnsitze werden besteuert.

Der Mindestlohn steigt, der Zusatzbeitrag vieler Krankenkassen auch, und die Gastro-Mehrwertsteuer sinkt im neuen Jahr. Ein Blick auf Speyer-Ebene: Was wird teurer, was nicht?

Kommunale Abgaben und Steuern: Die Stadt hat mit ihrem Haushaltsplan für 2026 unveränderte Sätze bei den wichtigsten kommunalen Steuern beschlossen. Trotz eines 19-Millionen-Euro-Fehlbetrags im Etat sollen Grundsteuer (derzeit 500 Punkte für Wohngrundstücke), Gewerbesteuer (415 Punkte) und Hundesteuer (105 Euro erster Hund, weitere Hunde teurer) nicht steigen – sofern das die Kommunalaufsicht mitmacht. Neu hinzu kommt jedoch die Zweitwohnsitzsteuer. Sie wurde im Dezember 2025 vom Stadtrat beschlossen und betrifft aus jetziger Sicht mehrere hundert, vielleicht auch eine niedrige vierstellige Anzahl von Bürgern, auf deren Zweitwohnsitze im Stadtgebiet eine Abgabe von 15 Prozent der tatsächlichen oder errechneten Jahresnettokaltmiete fällig wird. Der Kommune könnte das Einnahmen im unteren sechsstelligen Bereich bescheren.

Nahverkehr: Der City-Tarif Speyer in den Stadtbussen zwischen den Flugzeugwerken und dem Bahnhof wird in das einheitliche Tarifsystem des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) integriert. Statt Tageskarten zum Preis von 2 Euro werden deshalb seit Jahresbeginn Einzelfahrscheine für 1 Euro (Kinder 70 Cent) angeboten. Vergünstigt bleiben die Fahrten der Buslinie 561 damit auf jeden Fall, denn normale Einzeltickets kosten 2,30 Euro. Als weiteres bezuschusstes Angebot im Nahverkehr geht im neuen Jahr das „Frauen-Jugend-Nacht-Taxi“ an den Start. In dem Pilotprojekt können Frauen sowie Mädchen und Jungen bis 18 Jahre in den Abend- und Nachtstunden bei den Firmen „Mein Taxi Speyer“ und „Taxi am Dom“ städtische Gutscheine einsetzen, die den Berechtigten im Bürgerbüro kostenlos ausgegeben werden. Damit bezuschusst die Stadt nach eigenen Angaben jede Fahrt mit 5 Euro.

Stadtwerke: Bei den Entsorgungsbetrieben als Stadtwerke-Tochter bleiben die Abfall- und Abwassergebühren stabil, so eine Sprecherin auf Anfrage. Auch das vom Kommunalversorger betriebene Freizeitbad Bademaxx in der Geibstraße bittet seine Kunden 2026 nicht stärker zur Kasse. In den Versorgungssparten fällt demnach vor allem eine Preissteigerung bei der Fernwärme ins Gewicht: Die durchschnittlich 3,9 Prozent werden mit gestiegenen Kosten für Netzoptimierung, Personal und Planung begründet. Man bleibe aber unter dem Preisniveau von 2024. Bei Strom und Erdgas gibt es hingegen Senkungen: „Über 80 Prozent der Erdgaskunden profitieren von sinkenden Preisen. Für Haushalte mit geringerem Gasverbrauch bleiben die Preise stabil oder steigen geringfügig“, erklärt die Sprecherin. Bei einer Abnahme von 2000 Kilowattstunden pro Jahr zahle ein sogenannter Kleinverbraucher in der Grundversorgung für Erdgas 12,50 Euro pro Jahr mehr. Die Möglichkeiten für Senkungen hatte der städtische Eigenbetrieb mit einer „nachhaltigen Beschaffungsstrategie“ begründet. Diese ermögliche es, erhöhte gesetzliche Abgaben und Netzentgelte für Erdgas aufzufangen. Zusätzlich wirke sich die Abschaffung der Gasspeicherumlage preisdämpfend aus. Beim Strom senkten fallende Netzentgelte den Arbeitspreis.

Eintrittspreise: Die Tickets für den Judenhof und das angegliederte Museum SchPIRA in der Kleinen Pfaffengasse, die der Verkehrsverein im Auftrag der Stadt betreibt, werden teurer. Grund ist laut Verwaltungsmitteilung die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf Bundesebene von 12,82 Euro auf 13,90 Euro, auf die reagiert werden müsse. So erhöhe sich der Eintrittspreis für Erwachsene um einen auf 5 Euro, der ermäßigte Eintritt ebenfalls um einen auf 3 Euro. Auch Familien- und Gruppenkarten schlagen auf. In privaten Museen sieht es anders aus. „Aktuell sind keine Preiserhöhungen für 2026 geplant“, heißt es im Sealife. Das Historische Museum der Pfalz teilt mit: „Unsere Eintrittspreise variieren pro Ausstellung und werden individuell, je nach Höhe der jeweiligen Lizenzgebühren, Versicherungssummen, Transportkosten und Produktionskosten, kalkuliert. Eine Preiserhöhung zum Jahreswechsel ist daher bei uns nicht vorgesehen.“ Auch im Technik-Museum ist „zum jetzigen Zeitpunkt keine Preiserhöhung vorgesehen“. Das Historische Museum mit einem „One for all“-Ticket und das Technik-Museum mit einem Nachmittagsticket haben zuletzt Angebote eingeführt, die für einige Besucher Vorteile bringen können.

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