Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt sieht Bedarf für neue Großsporthalle

Punktgewinn: Die bestehenden Sportstätten wie die Osthalle reichen nicht mehr aus.
Punktgewinn: Die bestehenden Sportstätten wie die Osthalle reichen nicht mehr aus.

In Speyer gibt es zu wenig freie Kapazitäten in den Sporthallen, die außerdem zu klein sind. Darin sind sich Stadtrat und Stadtspitze mit den Sportvereinen weitgehend einig. Doch welchen Anforderungen ein solcher Neubau genügen muss, ist noch nicht klar. Und vor allem nicht, wo er stehen könnte.

Die Stadtverwaltung ist der Auffassung, dass Speyer eine weitere Großsporthalle benötigt. „Wir halten einen Sportstättenneubau für durchaus vertretbar“, sagte Bürgermeisterin und Sportdezernentin Monika Kabs (CDU) am Donnerstagabend im Stadtrat. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) pflichtete ihr bei: „Wir brauchen eine Sporthalle.“ Allerdings müsse zunächst geklärt werden, welche Anforderungen diese neue Halle erfüllen soll. So wolle die Stadt zunächst den Bedarf ermitteln, um herauszufinden, ob ein Neubau beispielsweise den Ansprüchen des Breiten- oder auch denen des Leistungssports genügen muss und welche Sportarten darin Platz finden sollen.

Kabs und Seiler reagierten damit auf eine Anfrage der CDU, die von der Verwaltung wissen wollte, wie weit die Prüfung möglicher Standorte für die neue Halle gediehen sei. Stadtentwickler Robin Nolasco verwies auf die Beschlussfassung des Rates vom vergangenen November, nach der insbesondere zwei Grundstücke unter die Lupe genommen würden: eines in direkter Nachbarschaft zur Sporthalle Ost neben der Integrierten Gesamtschule (IGS). Und eines im künftigen Konversionsgebiet der Kurpfalzkaserne. Hier hatte sich Seiler zuletzt mehrfach optimistisch gezeigt, dass die Stadt die militärische Liegenschaft noch in diesem Jahr vom Bund erwerben könnte, um auf dem Gelände die weitere Entwicklung der Stadt voranzutreiben.

Der Standort für eine neue Großsporthalle in Norden wird dabei von der Verwaltung positiver beurteilt als der neben der IGS, weil auf dem Areal leichter Baurecht geschaffen werden könnte als in der zentraleren Lage an der Fritz-Ober-Straße und zudem mehr Platz zur Verfügung stehe, argumentiert die Verwaltung.

Sportvereine rufen um Hilfe

Ursprünglich war der unter Raumnot leidende TSV im Oktober mit dem Vorschlag an die Stadt herangetreten, das wenig genutzte Tartan-Spielfeld neben der Osthalle zu überbauen. Die neue Halle sollte dabei drei Felder haben und allen Vereinen offenstehen. Eine erste Einschätzung der Verwaltung hatte jedoch ergeben, dass das angedachte Areal für einen Neubau sowie Stellplätze zu klein sein könnte.

Auch die Zweitliga-Basketballer der Ahorn Camp Baskets hatten unlängst ins Feld geführt, eine neue Halle zu benötigen: im Fall eines möglichen Aufstiegs eine Sportstätte mit einer höheren – weil vorgeschriebenen – Zuschauerkapazität von 1500 Sitzplätzen. Die Fronten sind dabei klar: Die Korbjäger hoffen auf ein Bekenntnis der Stadt zu ihrem Verein und schließen ein Abwandern an einen anderen Standort nicht aus. Hier befinde man sich im Gespräch, sagte Monika Kabs gegenüber unserer Zeitung: „Nicht alles, was man sich wünscht, geht in Erfüllung.“ Weitere Unterredungen seien nötig.

Stadt befürwortet Neubau grundsätzlich

Zwischenzeitlich habe das Sportamt die Auslastung der kommunalen Sportstätten ermittelt, teilte die Bürgermeisterin im Stadtrat mit. Demnach gibt es in Speyer 29 Sportstätten an 18 Standorten, davon befinden sich fünf Sportstätten, sprich: Stadien, unter freiem Himmel.

Im Sommerhalbjahr würden knapp 27 Prozent der Hallenzeiten nicht genutzt, im Winterhalbjahr seien es knapp 18 Prozent. Diese Zahlen klängen hoch, spiegelten jedoch nicht die tatsächliche Verfügbarkeit von Hallenkapazitäten wider, so Kabs. Denn beispielsweise durch Sanierungen würden immer wieder Hallenstunden wegfallen. Unterm Strich sei daher ein Neubau zu befürworten. Jedoch solle zuvor der Sportstättenleitplan aus dem Jahr 1998 aktualisiert werden, um zu klären, was die Speyerer Sporttreibenden wirklich brauchten. Daran orientiert, solle ein Grundstück gesucht werden, schlug sie vor.

Sporthalle statt Rheinstadion?

Ein Bürger brachte als dritte Alternative das Rheinstadion ins Gespräch. Dieses biete genug Platz sowohl für eine Halle als auch für Parkplätze. Das Gelände sei zudem erschlossen und der Verkehr würde aus der Stadt herausgehalten. Weiterhin könne man mit dem Bau einer Sporthalle an die sportliche Tradition des Geländes am Rhein als Wettkampfort anknüpfen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Kabs wollte sich dem nicht verschließen. Seine Partei bevorzuge neben der zentralen Lage allerdings die Nähe zu einer Schule, betonte er. Stadtentwickler Nolasco versprach, das Rheinstadion dennoch in den Prüfkatalog aufzunehmen.

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