Sport allgemein RHEINPFALZ Plus Artikel Handballer des TSV Speyer mit Idee einer Großsporthalle

Osthalle II: Bislang nicht mehr als eine Idee.
Osthalle II: Bislang nicht mehr als eine Idee.

Der Vorschlag ist gemacht. Die Handballer des TSV Speyer halten eine neue Großsporthalle für die Stadt für möglich. Sie schlagen einen Standort vor und leisten erhebliche Vorarbeit.

Die Sporthallen in Speyer und Umgebung platzen aus allen Nähten. In der Domstadt wandte sich nun die aufstrebende Handballabteilung des TSV Speyer an den Sportausschuss und Sportstättenbeirat mit der Idee einer Großsporthalle hauptsächlich auf dem bisherigen Kleinspielfeld zwischen Osthalle und Stadion.

„Wir haben zu wenig Hallenkapazitäten für Handball und den TSV“, erläuterte Abteilungsleiter Tim Seitz im Gespräch mit unserer Zeitung. Gespräche mit Bürgermeisterin Monika Kabs und Sportamtsleiter Christian Seitleben ergaben, dass die Möglichkeiten erschöpft seien. Instandhaltungen führten zu weiteren Engpässen.

Abteilung boomt

„Intern haben wir schon viele Maßnahmen getroffen“, so Seitz: „Seit fünf Jahren haben wir Zuwachs, und das geht weiter.“ Noch besetze der Verein nicht alle Jugendklassen. Derzeit fehlten weibliche B- und C-Juniorinnen: „Wir möchten einen gesunden Kreislauf. Stand Mittwoch haben wir 440 Mitglieder.“

Er rechnet mit 500 bis 600 in den nächsten Jahren, „wenn der Rahmen stimmt“. Schon jetzt arbeiteten die Trainer mit überlappenden Übungseinheiten. Bis zu 60 Kinder befinden sich gleichzeitig in der Halle: „Darunter leidet die Qualität.“ Für Training und Wettkampf benötige der TSV 44-mal 22 Meter hindernisfreie Gesamtfläche à la Ost- und Nordhalle.

Stadt benachteiligt

Die meisten anderen Sportstätten verfügten nicht über ein großes Spielfeld oder Tore. Seitz: „Zwei, drei Jahre können wir es noch abfedern. Aber was haben wir dann für Möglichkeiten oder müssen wir es einbremsen?“ Die Initiatoren stellten fest, dass Städte der Umgebung überproportional viele Dreifeldhallen aufwiesen.

„Frankenthal hat ein paar Einwohner weniger und sechs, Landau fünf, Schifferstadt als Olympiastützpunkt drei, Wörth vier“, zählt der Abteilungsleiter auf. Im größeren Worms seien es demnächst sieben. Die Handballer stießen auf das Kleinspielfeld mit bereits versiegelter Fläche, aber wenig Nutzung.

Osthalle spiegeln

Diese scheide im Winter bei Nässe aus. Im Sommer gebe es keinen Schatten. Auch die IGS betrete es wenig. Ein Architekt aus der Abteilung halte die Idee in verschiedenen Varianten unter Erhaltung der Bepflanzung bis zur Spiegelung der Osthalle für umsetzbar. Die Bauabteilung prüfe die Sache. Die Ausschussmitglieder tragen die Idee nun in ihre Fraktionen.

Seitz: „Wir rechnen nicht damit, dass in drei Jahren eine Halle steht.“ Diese sei für alle Vereine gedacht. Fünf Jahre seien gut, zehn wohl realistisch.

RHEINPFALZ-Kommentar

Seit ein paar Jahren tut sich bei den Handballern des TSV wieder was. Unter neuen Führungen und vor allem mit kreativen Ideen fallen die Ballwerfer immer wieder positiv aus, sei es beim Running Cup, mit Ferienaktionen oder beim Altstadtfest. Sportlich spielen die Männer schon wieder Pfalzliga. Die Jugendabteilung wächst.

Dass nun die Abteilungsleitung Eigeninitiative für eine neue Großsporthalle ergreift, erste Vorarbeiten schon erledigt und einen mit interessanten Zahlen garnierten, spannenden Vorschlag unterbreitet, spricht für ihre Unerschrockenheit, ehrenamtliches Engagement, Weitsicht und Pioniergeist. Dafür sollte ihr die Speyerer Allgemeinheit, die Sportwelt, die Schulen und die Verwaltung dankbar sein.

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