Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt lässt Altstadtfestbeleuchtung hängen: Anwohner verwundert

Lichterketten: In diesem Jahr blieben sie nach dem Altstadtfest hängen.
Lichterketten: In diesem Jahr blieben sie nach dem Altstadtfest hängen.

Nach dem Altstadtfest hat die Stadt entschieden, die Beleuchtung hängen zu lassen. Anwohner sehen diese Entscheidung kritisch, wie im Bauausschuss deutlich wurde.

Zum Altstadtfest Anfang September lässt die Stadt große Lichterketten in den Gassen montieren. In den vergangenen Jahren war die Beleuchtung nach den zwei Festtagen wieder abgehängt worden, in diesem Jahr nicht. Das sei insbesondere aus „wirtschaftlichen Überlegungen“ erfolgt, heißt es in einem städtischen Rundschreiben an die Altstadt-Anwohner, aus dem die Speyerer CDU in einer Anfrage an den Bauausschuss zitiert. Installation und Aufbau der Festbeleuchtung seien mit erheblichen Kosten und personellem Aufwand verbunden. Das eingesparte Geld solle der Gestaltung des Altstadtfests zu Gute kommen. Außerdem könne die Beleuchtung in der Weihnachtszeit wieder genutzt werden und der historischen Altstadt eine „besonders stimmungsvolle Atmosphäre verleihen“, die Gassen aufwerten und für mehr Sicherheit sorgen, heißt es in dem Rundschreiben.

Anwohner hätten sich sehr verwundert über die Entscheidung geäußert, schreibt die Speyerer CDU. „Es kam sehr schlecht an, dass diese Entscheidung einfach so per Flyer mitgeteilt wurde“, sagte Ausschussmitglied Ralf Schulz (CDU). Nach privaten Festen werde von Veranstaltern auch zurecht erwartet, dass sie hinterher aufräumten.

Es sei ein relativ großes Einsparpotenzial darin erkannt worden, die Beleuchtung nicht abzuhängen, antwortete Fachbereichsleiter Robin Nolasco auf die CDU-Anfrage. Der Arbeitsaufwand für die Installation der Beleuchtung werde über einen Vertrag mit den Stadtwerken abgerechnet und belaufe sich auf rund 27.000 Euro. In den aktuell laufenden Haushaltsdiskussion werde überlegt, wie Arbeitsprozesse reduziert werden könnten, ergänzte Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann (Grüne). Nolasco berichtet von Gesprächen mit den Stadtwerken und dem Ergebnis, dass eine dauerhaft angebrachte Beleuchtung die kostengünstigere Lösung sei. Die Lichterketten hängen zu lassen, sei erst mal ein zeitlich befristeter Test bis Mitte des ersten Quartals 2026. In diesem Zeitraum sollten die Vor- und Nachteile gemeinsam mit den Anwohnern geprüft werden – um womöglich eine dauerhafte Beleuchtung zu installieren. Die Denkmalpflege habe dieser Lösung zugestimmt.

Der provisorische Charakter der Beleuchtung im historischen Altstadtbereich stoße den Anwohnern übel auf, erläuterte Schulz, der selbst im Hasenpfuhl wohnt. Zudem berichteten sie von Problemen beim Öffnen ihrer Fenster und Schlagläden, die gegen die Glühlampen stießen. Das sei der Stadt neu, sagte Nolasco. Er bat um weitere Informationen dazu und versprach, die Verwaltung und die Stadtwerke würden sich dieser Probleme im Einzelfall annehmen.

Schulz hat noch ein weiteres Problem ausgemacht: Die Lichterketten seien „mit seit Jahren nicht mehr verkäuflichen 25-Watt-Glühlampen ausgerüstet“. Er hat nachgerechnet, dass bei fünf Wochen Weihnachtsbeleuchtung rund 6 Megawattstunden Energieverbrauch die Folge wären. Dass alte Leuchten genutzt würden, sei nicht gut, so Münch-Weinmann. Ziel müssten bei einer dauerhaften Lösung LEDs sein. „Wichtig ist, mit den Anwohnern ins Gespräch zu gehen“, sagte sie. Dazu riet auch Schulz dringend. Zudem schienen ihm die Kosten für den Abbau zu hoch. Womöglich, so seine Anregung, könne ein Vertrag mit anderen Anbietern geprüft werden, um Wettbewerb zu schaffen.

Festlich geschmückt: Die Altstadtfest-Beleuchtung im Einsatz.
Festlich geschmückt: Die Altstadtfest-Beleuchtung im Einsatz.
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