Speyer
St. Ludwig: Ein Bauantrag liegt vor, zweiter wird erwartet
Erster Schritt für die Umgestaltung des Areals von St. Ludwig könnten Baumaßnahmen auf dem Gelände vor der Kirche zur Predigergasse hin sein. „Für das Nebengebäude im Westen liegt der Verwaltung ein Bauantrag zur Genehmigung vor“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Nach RHEINPFALZ-Informationen ist dazu grünes Licht in Aussicht gestellt worden. Antragstellerin ist Privatfrau Doris Grethen, die die Kirche vor gut fünf Jahren erworben hat. Eine Planung für das Nebengebäude von 2022 sei angepasst und im Mai 2025 im Rathaus eingereicht worden, so Grethen auf Anfrage. Das Nebengebäude sollte aufgestockt werden und Funktionsräume umfassen, die im historischen Kirchengebäude nicht möglich wären.
Bei der schon länger entweihten Kirche – mit Bauteilen aus dem 13. Jahrhundert eines der ältesten Gotteshäuser in Speyer – strebt Grethen eine Nutzung für Trauungen und andere Veranstaltungen an. Arbeitstitel: „Trau(m)kirche“. Die Stadtverwaltung erwartet dazu nach eigener Auskunft „in den kommenden Wochen den Eingang eines Bauvorbescheides zur Klärung der Hauptnutzung“. Insbesondere das Konzept einer Traukirche hat die Stadt selbst ins Spiel gebracht, nachdem es Kritik an früheren Plänen Grethens für ein Restaurant, aber auch für das später vorgestellte Trauerkirchen-Konzept gegeben hatte.
Denkmalschutz zufrieden
Ein weiterer mehrjähriger Hemmschuh spiele inzwischen ebenfalls keine Rolle mehr: Die denkmalrechtlichen Fragestellungen sind laut Stadt „mit den zuständigen Fachbehörden abschließend geklärt“. Einen Zeitplan für einen Baubeginn gibt es laut Grethen noch nicht; ob ihre frühere Hoffnung erfüllt werden kann, dass 2026 die ersten Trauungen in der umgebauten Kirche stattfinden, ist somit offen.
Diskussionsbedarf über das gesamte Projekt sieht auch noch die Eigentümergemeinschaft der 55 Wohnungen im angrenzenden „Ludwigscarrée“. Ein Vertreter sagt auf Anfrage, dass sie die geplante Erweiterung des Nebengebäudes für nicht zulässig halte. Unklar sei für sie auch noch Grethens Gesamtkonzept: Mit Trauungen könnten die meisten Nachbarn leben, aber die zusätzlichen Veranstaltungen, womöglich bis weit in den Abend hinein, bereiteten ihnen wegen der drohenden Lärmbelastung Sorgen. Das Projekt dürfe „nicht am Ende doch noch in Richtung Gastronomie abbiegen“. Die Eigentümer setzen auf weitere Gespräche auch mit der Stadt.
Brandschutz noch nicht fertig
Beraten werden musste seit vielen Monaten auch über Brandschutzmängel im Bereich zwischen der Kirche und einigen Ludwigscarrée-Wohnungen. Dort entspricht laut Stadt eine Gemeinschaftswand nicht den Brandschutz-Vorschriften, was bei einem Feuer schon für Verletzte gesorgt hatte. „Die Auflagen und Verantwortung liegen dabei beim Investor beziehungsweise den Eigentümern der Wohnbebauung. Frau Grethen kann bis zur Fertigstellung der vorgenannten Brandschutzanforderung keine Nutzung im Kirchenbauwerk aufnehmen“, teilt die Stadt mit. Die Verwaltung sei mit beiden Parteien im Gespräch. Grethen sieht die andere Seite in der Pflicht und ist enttäuscht über die Verfahrensdauer. Sie dürfe die Kirche seit Februar 2024 nicht nutzen und hoffe deshalb zumindest auf eine Grundsteuer-Teilerstattung.