Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyerer Stimmen zum Wahlausgang: SPD will aufarbeiten statt schönreden

Abbau von Wahlplakat: Die SPD hat deutlich an Stimmen eingebüßt, ihre Speyerer Vertreter fordern Konsequenzen.
Abbau von Wahlplakat: Die SPD hat deutlich an Stimmen eingebüßt, ihre Speyerer Vertreter fordern Konsequenzen.

Sylvia Holzhäuser (Kreisvorsitzende, CDU)

„Ich freue mich sehr über das Wahlergebnis. Die CDU hat einen Kurswechsel eingeleitet und die Menschen mit ihrem neuen Programm überzeugt. Natürlich ist der Wahlausgang auch ein Resultat der Schwäche der Bundesregierung. Das wird auch bei der Kommunalwahl eine Rolle spielen. Dass die AfD trotz aller Querelen so stark wurde, besorgt mich.“

Walter Feiniler (Stadtverbandsvorsitzender, SPD)

„Das ist ein desaströses Ergebnis für die SPD, da gibt es nichts schönzureden. Man muss sich seitens der Bundespartei hinterfragen, ob es die richtige Wahlkampfstrategie war. Das war eine Protestwahl, wie die vergangene Europawahl auch schon. Aber es reicht nicht, das immer als Protestwahl abzutun. Es gibt Ängste der Bürger, gerade was das Thema Migration oder auch Klimawandel betrifft, um die man sich kümmern muss. Ich habe das auch an den Wahlständen mitbekommen.“

Nicole Höchst (Bundestagsabgeordnete, AfD)

„Wir hatten alle gegen uns und haben dennoch dieses starke Ergebnis geschafft. Ich bin sehr zufrieden. Ein wichtiger Grund war aus meiner Sicht, dass die Politik insgesamt zu sehr auf uns draufgehauen und den Eindruck verstärkt hat, dass der Bürger nicht der Souverän, sondern nur Untertan ist. Ich bin begeistert, dass das nicht funktioniert hat.“

Jana Dreyer (Vorstandssprecherin, Grüne)

„Das ist enttäuschend. Die Regierungsparteien haben verloren, wir als Grüne auch. Es liegt auch ein bisschen am Zahn der Zeit. Klimaschutz war bei der vergangenen Wahl das große Thema, jetzt nicht mehr. Das Ergebnis muss man aufarbeiten.“

Bianca Hofmann (Kreisvorsitzende, FDP)

„Für die FDP kann ich noch ganz zufrieden sein. Sie ist in Rheinland-Pfalz über ihrem Bundesschnitt und hat nicht so stark eingebüßt wie die anderen Ampelparteien. Dass die AfD so stark abschneidet, ist schwierig.“

Stefanie Seiler (Oberbürgermeisterin, SPD)

„Aus dem Ergebnis kann man lesen, dass die SPD mit ihrem Programm, ihren Themen und ihren Personen nicht mehr am Puls der Bevölkerung ist. Das muss jetzt endlich aufgearbeitet werden. Die Bedürfnisse der Bürger müssen ernst genommen, die SPD muss wieder eine Partei für die breite Bevölkerung werden. Der Rechtsruck in Europa ist frustrierend für mich als Demokratin.“

Floris Wittner (Kreisvorsitzender, Linke)

„Wir haben damit gerechnet, dass wir Stimmen verlieren werden. Dass es dann so viele geworden sind, ist heftig. Eine Rolle hat sicher gespielt, dass uns mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht Konkurrenz aus den eigenen Reihen erwachsen ist. Jetzt müssen wir uns als Partei wieder sammeln. Wir werden uns trotzdem weiter für die Schwächsten in der Gesellschaft einsetzen. Dass die AfD so stark wurde, ist erschreckend.“

Michael Wagner (Landtagsabgeordneter, CDU)

„Die Union ist der klare Wahlsieger. Zugleich ist das ein rabenschwarzer Tag für die Ampel im Bund. Deren Schwäche hat dazu beigetragen, dass die Union so gut abgeschnitten hat. Erschreckend ist für mich das weitere Erstarken der AfD trotz der vielen Skandale im Vorfeld. Das macht mir Angst. Es ist für mich aber auch Ansporn, mich noch mehr für die Menschen zu engagieren.“

Claus Ableiter (Vorsitzender, Freie Wähler)

„Wir hätten uns noch mehr gewünscht, aber so wie es im Moment aussieht, ist das Hauptziel erreicht. Über drei statt zwei Abgeordnete im Europäischen Parlament sind wir sehr glücklich. Wir kennen Joachim Streit, der auf Listenplatz drei steht, schon seit Jahren. Das ist dann ein Europaabgeordneter, den man direkt ansprechen kann.“ tiko/pse/arts

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