Speyer
Speyer: Aus Hotel Löwengarten wird Best Western
Das Hotel Löwengarten ist seit 1. Juli ein Best-Western-Hotel. Der Werbe-Auftritt ändert sich, die Farbe wechselt von Rot in Blau. Aber der Löwengarten bleibt das seit 2003 individuell vom Eigentümer-Ehepaar Ulrich und Gabi Deisinger geführte Vier-Sterne-Haus. Der finale Check lief problemlos. Das Hotel erfüllt alle Voraussetzungen des neuen Partners.
„Gemeinsam mit der internationalen Hotelgruppe wollen wir unser Hotel künftig weiter stärken und fest am Markt positionieren“, erklärte Ulrich Deisinger (55) im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Wir können von den gemeinsamen weltweiten Marketing- und Vertriebsstrategien der Marke profitieren“, erwartet er. Die Kooperation kostet ihn einen „deutlich fünfstelligen Euro-Betrag“, sagt er auf Anfrage. Der Hotelier sieht den Bedarf für diese Investition, unter anderem, weil sich die Bettenkapazität in Speyer in den nächsten Jahren um 25 bis 30 Prozent erhöhen wird. In Mannheim habe sich die Anzahl der Betten zuletzt verdoppelt. In Speyer ziele das neue Hotel Amedia in der Postgalerie unter anderem direkt auf die Zielgruppe seines Hauses.
Kooperation mit Fitnessstudio
„Obwohl oder gerade weil wir fest in der Metropolregion Rhein-Neckar fest verankert sind, spüren wir die Auswirkungen der internationalen Politik und der Wirtschaft“, sagt Deisinger. „Dass die BASF derzeit deutlich auf der Bremse steht“, zeige sich bereits. Nicht ohne Stolz weist Deisinger darauf hin, dass der Löwengarten das einzige voll klimatisierte Hotel in Speyer ist. Dank einer Kooperation mit dem Fitnesscenter Pfitzenmeier können Hotelgäste in Zukunft dort kostenfrei trainieren. 60 Prozent der Gäste seien Geschäftsreisende, 40 Prozent Touristen, davon je zur Hälfte Individualreisende oder Familien sowie Bustouren. „Ich wünsche mir, dass das Verhältnis so bleibt. Mehrere Standbeine sind wichtig“, sagt Deisinger. „In Speyer ist der Löwengarten eine starke Marke und Best Western ist eine starke Marke“, begründet der Hotelchef die Partnerwahl. Entscheidend seien die Vorteile des weltweiten Marketings über die Best-Western-Gruppe. „Bei 60 bis 65 Prozent Auslastung im Jahresschnitt und einer Verweildauer von 1,5 bis zwei Tagen ist noch Luft nach oben“, sagt Deisinger. 80, 85 Prozent Auslastung würden im Sommer erreicht, im September reichten die Kapazitäten dank der vielen Feste in Speyer kaum. Dafür könnten im Januar nur 25 Prozent der Betten verkauft werden. Reagiert werde darauf mit verschiedenen Preisen. 120 bis 180 Euro kostet das Doppelzimmer mit Frühstück zu den teuersten Zeiten. Parallel wende er 50.000 bis 100.000 Euro im Jahr für den Unterhalt des Hotels auf. Der Löwengarten war 2018 zu 66 Prozent belegt, „2019 wird sich nicht viel ändern.“
Best Western soll helfen das Hotel besser auszulasten
Unter anderen bei der gleichmäßigeren Auslastung könne ihn Best Western voranbringen. Die Marke sei Dienstleistungspartner, fördere die Hotels durch umfassende Marketing- und Verkaufsaktivitäten für alle relevanten Marktsegmente und Zielgruppen. Durch die Anbindung ergäben sich zahlreiche Vorteile für die Gäste, beginnend bei der Buchung über jährlich geprüfte Qualitätsstandards im Hotel, spezielle Tagungs- und Urlaubsangebote bis hin zur Tatsache, „dass alle meine Mitarbeiter in allen Best-Western-Häusern für 40 Euro übernachten können“, sagt Deisinger. So etwas helfe ihm, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Derzeit beschäftige er 32 feste Mitarbeiter in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen bei 65 Zimmern. Dazu kommen drei Azubis plus zwei im neuen Lehrjahr. „Ich sehe Ausbilden als Teil meiner Aufgabe“, bekennt Deisinger. Er blickt dabei auf seinen Sohn Tobias. Der schickt sich an, in das Business einzusteigen. Der 26-Jährige hat an seine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann ein duales Studium angehängt. Er arbeitet seit einem Jahr im elterlichen Betrieb. „Dazu gehören auch Küche und Bettenmachen. Es war aber die richtige Entscheidung“, sagt er überzeugt. Ebenfalls wichtig für die neue Partnerschaft ist dem Hotelier, dass er Herr in seinem eigen Haus bleibt. „Wir behalten unsere unternehmerische Eigenständigkeit. Das ist ganz wichtig, denn natürlich wird das Hotel weiterhin von unserer Familie geführt, und auch der bewährte und geschätzte Mitarbeiterstamm bleibt erhalten“, betont Deisinger weiter. Einige Best-Western-Standards muss der Löwengarten nun neu erfüllen. Außer mindestens zwei Sorten Milch beim Frühstück sind es die Zimmergestaltung, die Länge der Kleiderbügel und das Design. Tut das Team das nicht, kann sich der Partner wieder abwenden. Soweit soll es bei ihm nicht kommen. Die Namensschilder in der neuen Gestaltung tragen die Mitarbeiter seit Dienstag. Das neue Schild in blau auf weißem Grund für die Außenwand kommt Ende des Monats.