Speyer / Lingenfeld SPD-Kanzlerkandidat: Weiterer Politiker spricht sich für Pistorius aus
„Es gibt Diskussionsbedarf“, sagt Vorsitzender Walter Feiniler über die Stimmungslage in der Speyerer SPD. Er erkennt dabei „gewisse Strömungen, die eher auf Pistorius als Kandidaten hinauslaufen“. Er selbst betont mit Bezug auf Scholz: „Wenn ich merken würde, dass ich bei den Wählern nicht ankomme, würde ich mir meine Gedanken machen.“ Womöglich tue sich etwas, wenn Scholz die Vertrauensabstimmung im Bundestag verloren habe. Feinilers Stellvertreterin Martina Queisser („Pistorius hätte größere Chancen“) geht indes derzeit davon aus, dass es bei Scholz’ Kandidatur bleibt. Auch Feiniler warnt vor zu viel Vertrauen in Umfragen: „Auch Martin Schulz war Umfragen-Liebling und ist kein Kanzler geworden. Es kommt auch auf die Themen an.“
Landtagsabgeordneter hat klare Meinung
Lingenfelds SPD-Landtagsabgeordneter Markus Kropfreiter positioniert sich klar: „Ich bin nicht der Meinung, dass Olaf Scholz der Richtige ist. Wir brauchen jetzt jemand, dem die Menschen vertrauen“, sagt Kropfreiter auf RHEINPFALZ-Anfrage und spricht sich daher für Boris Pistorius aus. Pistorius genieße in der Bundeswehr großes Vertrauen. „Bei starkem Seegang braucht es einen guten Kapitän“, ist Kropfreiter überzeugt und begründet damit seine Wahl. Gleichzeitig betont er, dass er Olaf Scholz nicht per se für einen schlechten Bundeskanzler halte. Er habe in der Bevölkerung nur das Vertrauen verspielt, weil er Teil der „nach außen nicht gut funktionierenden Ampel-Regierung“ war. „Er war zu ruhig und wird nicht als Mann der Tat wahrgenommen“, sagt Kropfreiter über Scholz.
An der Parteibasis in Ludwigshafen gibt es unterschiedliche Stimmen. Befragte Politiker wie der Stadtkämmerer Andreas Schwarz und die Oggersheimer Ortsvorsteherin Sylvia Weiler werben dafür, die Basis mit ins Boot zu holen. Gleichzeitig ist den Sozialdemokraten Geschlossenheit wichtig. Eine Kampfabstimmung auf dem SPD-Bundesparteitag sieht auch Markus Kropfreiter kritisch. „Das einzige Ziel unserer Partei sollte sein, die Probleme dieses Landes in diesen schwierigen Zeiten zu lösen“, so Kropfreiter.