rückblick 2022 Schock des Jahres: Messerangriffe auf Frauen

Tatort: Tötungsdelikt im Hasenpfuhl.
Tatort: Tötungsdelikt im Hasenpfuhl.

Gegen Ende des Jahres kommt es zu mehreren Messerangriffen in der Vorderpfalz. Zwei davon tragen sich in Speyer zu, einer endet tödlich. Die Opfer sind in beiden Fällen Frauen.

Im Gespräch mit RHEINPFALZ-Redakteur Martin Schmitt wird die Kriminalpsychologin Deborah Hellmann nach den Taten über Femizide sprechen. Soll heißen: „Die Frau wurde getötet, weil sie eine Frau ist.“ Sie bezieht sich auf die Tat, die sich im November in einer Ferienwohnung in der Hasenpfuhlstraße ereignet. Dort kommt es zu einem Streit zwischen einem rumänischen Pärchen, das auf dem Weihnachtsmarkt an einem Verkaufsstand arbeiten wollte. Die 23-Jährige wird mutmaßlich von ihrem 22-jährigen Partner bei dem Streit mit mehreren Messerstichen getötet.

Opfer häuslicher Gewalt meist weiblich

Schon im Monat davor soll ein 27-Jähriger in einer Wohnung in der Wormser Landstraße eine Mutter sowie deren 16-jährige Tochter niedergestochen haben. Beide überleben schwer verletzt. Die 16-Jährige gibt später gegenüber den Ermittlern an, der Angreifer sei darüber verärgert gewesen, dass sie keine intime Beziehung mit ihm hatte eingehen wollen.

Beide Fälle stecken noch mitten in den Ermittlungen, beide Tatverdächtigen schweigen zu den Vorwürfen. Hellmann weist im Interview auf eine Auswertung des Bundeskriminalamtes von 2020 hin: Von 460 Todesfällen durch Partnerschaftsgewalt waren 359 weiblich. Ihr zufolge ist auch weltweit das häufigste Motiv für einen Femizid: die Trennung.

x