Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Schiefer fürs Rathaus: Zu wenige Fachleute

Rathaus-Rückseite: noch viel Arbeit.
Rathaus-Rückseite: noch viel Arbeit.

Die Baustelle am Historischen Rathaus bleibt nochmals länger erhalten. Prinzip vier Jahreszeiten: Nach Frühling, Sommer und Herbst wird nun der Winter als Endtermin genannt.

Das Repräsentativgebäude in der Maximilianstraße 12 wird seit 2024 erneuert – und nun nicht schon im Jahr vorher, sondern erst 2026 fertig, wenn es 300 Jahre alt wird. „Das ursprüngliche Ziel war, das Gerüst am Rathaus rechtzeitig zum Beginn des Weihnachts- und Neujahrsmarkts abbauen zu können. Dieser Termin kann leider nicht eingehalten werden“, teilt Janine Friedmann, Sprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit.

Immerhin vor dem Aufbau des Marktes wird laut Stadt der Kran demontiert, der seit Monaten die Maximilianstraße verengt. Der Donnerstag, 13. November, sei dafür vorgesehen. Hauptgrund für die Verzögerungen ist laut Stadt, dass die Dachsanierung nicht so schnell vorangeht, wie erwartet. Das Gebäude wird aus Denkmalschutzgründen wie zuvor mit individuell angefertigen Naturschieferplatten versehen. Mehr als 200.000 davon sind nach früheren Angaben erforderlich.

Vergebliche Suche

„In den vergangenen Monaten hat die zuständige Fachabteilung gemeinsam mit dem Hauptauftragnehmer für die Dachsanierung rund 20 Dachdeckerbetriebe kontaktiert, um zusätzliches Personal für eine zügigere Umsetzung zu gewinnen“, berichtet Friedmann. Die Stadt sei dabei von der Firma Ratscheck, dem größten Hersteller von Schiefer in Deutschland, unterstützt worden. Ergebnis: Fehlanzeige. „Dies liegt nicht zuletzt daran, dass nur noch wenige Handwerkerinnen und Handwerker über die hierfür erforderlichen speziellen Kenntnisse verfügen. Daher wird das gesamte Dach nun von lediglich zwei Facharbeitern eingedeckt“, erklärt die Verwaltung.

Im Bereich der Malerarbeiten an der roten und weißen Fassade verlaufe alles planmäßig. Die beauftragte Firma Oppinger sei im vorgesehenen Zeitrahmen. „Nach derzeitigem Stand ist – bei stabiler Witterung – vorgesehen, das Gerüst an der Maximilianstraße in der 51. Kalenderwoche abzubauen“, so Friedmann. Es handelt sich dabei um die Woche vor Weihnachten.

Gerüst bleibt vorerst noch

Länger werde es wohl an der Rückseite des Gebäudes dauern. Die Arbeiten dort seien ebenfalls witterungsabhängig und der Abbau des Gerüsts noch nicht genau terminiert. Für die zuständige Firma stehe über Weihnachten bis zum 12. Januar ein Betriebsurlaub an, sodass sie wohl nicht während des Weihnachts- und Neujahrsmarkts tätig werden könne. Das habe Auswirkungen auf den Kunsthandwerkermarkt an den Adventswochenenden im Rathaus-Innenhof. Dort müsse in diesem Jahr „ein wenig zusammengerückt werden“, weil weniger Platz zur Verfügung stehe, so die Stadt.

Die Sanierung des Barockgebäudes war im Vorfeld mit Kosten von rund einer Million Euro beziffert worden. Sie umfasst vor allem Arbeiten an der Fassade und am zuvor nicht mehr dichten Dach.

Rathaus-Vorderseite: Zumindest der Kran kommt bald weg.
Rathaus-Vorderseite: Zumindest der Kran kommt bald weg.
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