Speyer
Schützenstraße: Ampel kommt vor Übergang
„Digitale Schiene Deutschland“ heißt das Projekt, bei dem die Deutsche Bahn Stellwerke und Übergänge auf den neuesten Stand bringt. Zwischen Speyer und Germersheim wird schon länger daran gearbeitet. Unter anderem mehr Zuverlässigkeit und weniger Instandhaltungsaufwand verspricht die Bahn. In der Wormser Landstraße ist die Maßnahme schon abgeschlossen. In der Mühlturmstraße und in der Schrankenanlage werden die Signaltechnik und Schrankenanlagen laut Stadt-Information so erneuert, dass der Autofahrer oder der Fußgänger, der sie überquert, keinen großen Unterschied bemerkt. Die Straße über die Gleise ist in dieser Woche gesperrt.
In der Schützenstraße wird es eine Neuerung geben: Erst im Mai ist laut Stadt entschieden worden, an der Einmündung Hasenstraße direkt vor den Schranken eine zusätzliche Ampel vorzuschalten. Sie soll rund 15 Sekunden früher auf gelb springen als das Lichtzeichen am Übergang selbst. So sollen Autos, die von der Gedächtniskirche kommen, nach links in die Hasenstraße abbiegen können. Hintergrund: Würde die Kreuzung blockiert, könnte sich ein Rückstau bilden, in dem Fahrzeuge auf dem Bahnübergang stehen. Derzeit gebe es für die vom Schützenbuckel kommenden Fahrzeuge zwar das Hinweisschild „Bei geschlossener Schranke hier halten“, das sei aber bei einer Modernisierung nicht mehr zulässig.
Sperrzeit verlängert sich
Für die vielen Verkehrsteilnehmer, die die lange gesenkten Barrieren in der Schützenstraße als ein Hauptproblem der Verkehrsbelastung dort identifiziert haben, sind das keine guten Nachrichten: Die mittlere Sperrzeit für Verkehr vom Schützenbuckel wird sich laut Stadt um circa 15 Sekunden erhöhen. Der Durchschnitt betrage heute 210 Sekunden – die zusätzlichen 15 Sekunden machten sieben Prozent aus. Das ist nach Einschätzung der Stadtverwaltung so wenig, dass sie „keine signifikante Erhöhung der Rückstaulängen“ erwartet.
Die gesamte Modernisierung ermöglicht es laut Stadt auch abgesehen von der Ampel nicht, die zeitlichen Abläufe am Übergang Schützenstraße zu verkürzen. Sie seien weniger von der Technik am Übergang als der in den Zügen abhängig – und die sorge für relativ lange Bremswege. Züge würden bereits rund vier Kilometer vor den Schranken von Sensoren erfasst, um noch eine normale Betriebsbremsung zu ermöglichen, falls ein Problem am Übergang vorläge. Geöffnet würden Schranken nur, wenn mindestens zehn Sekunden Zeit für ein Passieren des Kfz-Verkehrs blieben.
Verschieden Übergang-Arten
Dass die Schranken in der Schützenstraße länger unten sind als etwa die in der Alten Schwegenheimer Straße, hat laut Stadt mit der Art des Übergangs zu tun: Ganz im Süden der Stadt reichten zwei Halbschranken aus, in der Schützenstraße werde wegen des höheren Verkehrsaufkommens in Schulnähe dagegen auf ein „Vollabschluss-System“ mit vier Halbschranken gesetzt. Deren Schließung dauere länger, weil sich zuerst zwei diagonal gegenüberliegende Halbschranken senken und dann der Fahrdienstleiter mittels einer Kamera vor Ort prüft, ob der Übergang tatsächlich frei ist, bevor die beiden anderen Halbschranken nach unten gehen.
