Speyer Schönheit auf vier Pfoten
Knapp 500 Rassekatzen sind am Wochenende aufgehübscht, bewertet und vorgezeigt worden. Zum siebten Mal hat der erste Kurpfälzische Rassekatzen-Verband (KRV) zur Katzenschau „Arena of Cats“ geladen. Punkte gab es für die schönsten Stubentiger, die mitsamt ihren Menschen aus halb Europa in die Pfalz gekommen waren.
Altaica Palatinas Amadeus ist sechs Jahre alt, wiegt sieben Kilo und ist ein Weltmeister. Wie es sich für einen Champion gehört, schaut er sich entspannt um, lässt sich durch das flauschige Fell streicheln und neigt das Köpfchen, wenn er gekrault werden will. „Manchmal hat man einfach so einen Glücksfall im Wurf“, antwortet Elke Leuchter, die Freundin der Halterin Annette Kirfel, auf die Frage, wie man zu so einem Prachtkerl kommt. Tier und Mensch sind für den Weltmeistertitel viel herumgereist und haben bereits einige Wettbewerbe hinter sich gebracht. Das Abschneiden bei der „Arena of Cats“ ist für Amadeus eher nebensächlich, es geht vielmehr um die Punkte für Ahiga from Black Skulls, die sich mit dem Weltmeister – beide gehören zur Rasse Neva Masquerade – den Käfig teilt. Gerade ist sie mit Frauchen Annette Kirfel bei der Wertung und sie macht ihre Sache gut. Auf den Tischen vor den Punktrichtern ist das Gewusel von Menschen, die Katzen der unterschiedlichsten Farben und Größen auf den Armen umhertragen, groß. Mithilfe von Spielzeug und Streicheleinheiten werden die Tiere bei Laune gehalten, während die Richter ganz genau hinschauen. Wie stehen die Ohren zueinander? Ist das Fell auch schön und ist die Katze aufmerksam? „Es gibt für jede Rasse einen spezifischen Fragenkatalog, den die Richter durchgehen und danach ihre Punkte vergeben“, erklärt Hans Klein, Vorsitzender des Kurpfälzischen Rassekatzen-Verbands, der die „Arena of Cats“ veranstaltet. Etwa 100 verschiedene Rassekatzen in unzähligen Farbvarianten sind weltweit registriert und für jede gibt es eine exakte Beschreibung, den Rassestandard, der die Grundlage für Züchter, Richter und somit für die Bewertung auf Ausstellungen bildet. Die Wettbewerbsteilnehmer kommen unter anderem aus Frankreich, der Schweiz und Belgien. Man kennt sich in der Szene und nutzt die Ausstellungen vor allem als Treffpunkt für gleichgesinnte Katzenfreunde. Die Bewertung einer türkischen Angorakatze mit dem klangvollen Namen Vonimp Tanay ist eben zu Ende gegangen. Die Besitzerin Catherine, die mit Tier und Tochter aus der Schweiz in die Pfalz gereist ist, zeigt sich zufrieden und tätschelt die schneeweiße Schmuserin stolz. „Lebhaft und elegant“ sei die Rasse. „Mit vier Monaten haben wir sie aus Neuseeland einfliegen lassen“, erzählt die Züchterin. Das sei nicht unüblich, wie auch andere Katzenbesitzer bestätigen. So stammt die noch recht neue und fast unbekannte Rasse Ukrainian Levkoy aus der Ukraine. „Der Kater ist aber aus Bayern“, sagt Sahin Sinan über seinen drei Monate alten Astra’s Aura Heaven Sent. Einige Besucher gucken verdutzt in den Käfig, denn das Katerchen ist fast nackt und lässt auf recht eigentümliche Weise die Ohren hängen. Sie ähneln leicht einfallenden Blütenblättern – das ist „das Neue“ an der Rasse – mit Stress oder Angst habe das nichts zu tun. Allerdings sei nicht jede Edelkatze für die Ausstellung geeignet, wie die Katzenbesitzer erzählen. Die vielen Gerüche, Eindrücke und Besucher, die an den Käfigen vorbeischlendern und auch mal ungefragt die Hände hineinstrecken, könnten die Tiere durchaus nervös machen. Deshalb werde schon mit den ganz jungen Kätzchen trainiert. Denn auch das Waschen, Bürsten und Zurechtmachen will von klein auf gelernt sein, wenn es irgendwann einmal ein Weltmeistertitel sein soll.