Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Salierschule: Neue Rektorin legt Wert auf künstlerische Bildung

Angekommen in der Heimatstadt: Birgit Ackermann leitet seit dem 1. Februar die Salierschule. Zuvor war die Speyererin 20 Jahre l
Angekommen in der Heimatstadt: Birgit Ackermann leitet seit dem 1. Februar die Salierschule. Zuvor war die Speyererin 20 Jahre lang Rektorin einer Grundschule in Frankenthal.

Seit dem 1. Februar leitet Birgit Ackermann die Salierschule. Fürs Ankommen braucht sie noch etwas Zeit. Doch wo die neue Rektorin mit der Schule hin will, weiß sie genau.

Birgit Ackermann muss kurz durchschnaufen. Kein Wunder, denn für die erst seit dem 1. Februar amtierende Rektorin der Salierschule am Mausbergweg ist noch alles neu und teilweise ungewohnt. Es gibt viel zu organisieren und noch mehr kennenzulernen, von den Menschen über die Strukturen und Abläufe bis zum Gebäude. „Ich komme so langsam an“, sagt die studierte Grund- und Hauptschullehrerin.

Als hinderlich erweist sich dabei, dass infolge eines Hackerangriffs auf die meisten Speyerer Schulnetzwerke die Stadtverwaltung die Internetverbindung der Bildungseinrichtungen kappen ließ. Die Folge: einiges an Improvisation von Lehrerseite mittels privater Geräte sowie Rückgriffe auf Lehr- und Lernmethoden aus dem vordigitalen Zeitalter samt der damit verbundenen Misslichkeiten im pädagogischen Alltag. Aber auch diese Herausforderung werde man meistern, gibt sich Ackermann zuversichtlich.

Erfahrung mit schulischen Problemlösungen jedenfalls bringt die gebürtige Speyererin, die auch in der Domstadt lebt, reichlich mit an ihre neue Wirkungsstätte. Zuvor leitete Ackermann 20 Jahre lang die Lessingschule, eine Grundschule im Norden von Frankenthal. Und davor wiederum habe sie zehn Jahre eine kleine Grundschule in Lübeck geführt, berichtet sie. Ihre Laufbahn als Lehrerin begonnen habe sie jedoch an der Zeppelinschule in Speyer, die seit ebenfalls dem 1. Februar in Katja Steinmüller-Kraushaar eine neue Rektorin hat.

Zurück zu den Ursprüngen

„Nach Frankenthal bin ich all die Jahre gependelt“, sagt Ackermann. Nun freue sie sich, direkt in ihrer Heimatstadt arbeiten zu können. Das sei für sie allerdings nicht der Grund gewesen, nach Speyer zu wechseln und an der Salierschule die Nachfolge von Melanie Pinter anzutreten. Diese war zum 1. August 2024 an die Grundschule in Hördt gewechselt. Gereizt an der Stelle in der Domstadt habe sie etwas anderes, betont Ackermann: die unmittelbare Nähe ihrer Grundschule zur städtischen Musikschule – und damit die Chance, ein musisch-kreatives Angebot aufbauen zu können.

„Kunst und Musik sind mir sehr wichtig“, sagt die neue Rektorin. Sie hoffe auf eine „enge Kooperation“ mit der Musikschule, beispielsweise bei der Einrichtung von Bläserklassen. In Frankenthal habe sie mit Blechbläser-Ensembles in den dritten und vierten Klassen inklusive Gruppenunterricht sehr gute Erfahrungen gemacht, betont sie: „Die Kinder waren begeistert.“ Auch in Frankenthal waren es Lehrkräfte der Musikschule, die sich der Grundschüler annahmen. Entstanden sei ein „tolles Projekt“.

Musisch-kreative Inhalte stärken

Ackermann setzt darauf, diesen Erfolg in Speyer wiederholen zu können. Und vielleicht auch noch mehr zu erreichen. So will sie die vorhandene Musical-AG „breiter aufstellen“ und auch im Unterricht einen Schwerpunkt auf den musisch-kreativen Bereich legen, auf das Erlernen von Instrumenten, auf Schauspiel und auf künstlerische Bildung an sich. „Kunst bedeutet, die Welt zu entdecken“, sagt Ackermann. Die Schüler würden auf diese Weise ihre eigenen Fähigkeiten erkunden. Sie könnten dabei erfahren: „Was kannst du?“

Ziel der Pädagogin ist es daher, mehr künstlerische Elemente in den Unterricht zu integrieren und den Schülern „Begegnungen zu ermöglichen, die sie sonst vielleicht nicht haben“. Beispielsweise waren unlängst Opernsänger zu Gast in der Salierschule, die den Kindern eine andere Sichtweise auf die Welt der Bühne und des Theaters eröffnet hätten. „Die Schüler waren fasziniert“, befindet Ackermann. Sie wolle etwas bewegen in Speyer und denke dabei in längeren Zeiträumen.

Die Umgewöhnung von den Gegebenheiten in Frankenthal auf diejenigen in der Domstadt werde noch einige Zeit beanspruchen, meint Ackermann. Anfang März wurde sie von ihrer alten Schule verabschiedet, die mit 200 bis 250 Grundschülern um einiges kleiner ist als die Salierschule mit ihren an die 300 Schülern und knapp 30 Lehrkräften. Selbstverständlich wolle sie nicht nur verwalten, sondern sie unterrichte auch selbst: „Ich verstehe mich als Grundschulpädagogin.“ Die Schüler jedenfalls haben die neue Rektorin bereits ins Herz geschlossen – auch wenn es noch dauert, bis sie alle Namen intus hat.

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