Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Problem mit Reißzwecken in Fahrradreifen weitet sich aus

Radfahren in Speyer: derzeit besondere Gefahren für die Reifen?
Radfahren in Speyer: derzeit besondere Gefahren für die Reifen?

Nach dem RHEINPFALZ-Bericht über Reißzwecken-Attacken auf Radfahrer in Speyer haben sich weitere Betroffene gemeldet. Auch Fahrradwerkstätten erkennen ein Problem in Speyer.

Dem ersten Bericht zufolge hat eine Fahrerin selbst einen Platten am Fahrrad beklagen müssen und am Donnerstag in der Landwehrstraße „circa 50 Reißzwecken und fast so viele Schrauben“ im Bereich des Radwegs entdeckt. Nun berichtet eine weitere Radlerin von einem ähnlichen Vorfall in der Landwehrstraße bereits am Ostermontag: Sie sei auf dem Weg zum Friedhof betroffen gewesen. Ihr fielen auch vermehrt – aus ihrer Sicht bewusst platzierte – Glasscherben auf Radwegen auf. Als Beispiele nennt sie den Radweg zwischen der Kaserne und Otterstadt, die B9-Unterführung am Rinkenbergerhof, die Schifferstadter Straße, die Kurt-Schumacher-Straße und die L528 in Richtung Iggelheim.

Dass sich Schäden derzeit auffällig häufen, bestätigen Speyerer Fahrradhändler. Thomas Knerr, Inhaber von Radsport Stiller, zieht folgende Bilanz für seine Werkstatt: „Wir hatten in der letzten Woche ein E-Bike mit je einer Reißzwecke im Vorder- beziehungsweise Hinterradreifen. Ein zweites E-Bike hatte eine Reißzwecke im Hinterradreifen. Am Dienstag hat sich ein Kunde gemeldet, der sich drei Reißzwecken eingefahren hatte. Und am Donnerstag kam eine Kundin mit einer Reißzwecke im Vorderreifen.“

Acht Fälle an einem Tag

Bei Fahrrad Weindel in der Auestraße sind sogar 18 Fälle in kurzer Zeit angefallen, davon allein acht an einem Tag, wie Inhaber Rainer Grimmer berichtet. Das liege weit über dem Schnitt. „Das ist nicht normal, das ist vorsätzlich“, ist er überzeugt.

„Das geht die ganze Woche schon so“, sagt auch Ulrich Strobel von Zweirad Strobel. „Jeden Tag kommen zwei bis drei Kunden wegen eines Plattens.“ Wenn er nach den „Tatorten“ frage, konzentriere sich das Bild auf Speyer-Nord, so der Inhaber. Aus seiner Sicht geht es auch nicht nur um ausgestreute spitze Gegenstände, sondern auch um solche, die händisch in die Reifen abgestellter Fahrräder gedrückt werden. „Sie waren seitlich am Schlauch, die fährt man sich so nicht hinein.“ Strobel nennt die Taten „unverschämt und hinterhältig“.

Stadt ist sensibilisiert

Auch die Polizei und die Stadt haben von dem Problem schon Kenntnis erlangt. „Die Mitarbeitenden der Straßenreinigung wurden für das Thema sensibilisiert und achten im Rahmen ihrer Tätigkeit verstärkt auf mögliche Gefahrenstellen“, teilt eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Wer verdächtige Stelle im Rathaus melden möchte, könne dies unter der Mailadresse kummerkasten@stadt-speyer.de tun.

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