Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Postplatz und Gilgenstraße: So wird jetzt geplant

Eine von mehreren Bürgerbeteiligungen im Vorfeld der Neugestaltung des Postplatzes: Befahrbarkeit mit Rollstühlen kann getestet
Eine von mehreren Bürgerbeteiligungen im Vorfeld der Neugestaltung des Postplatzes: Befahrbarkeit mit Rollstühlen kann getestet werden.

Verkehrs- und Freiraumplaner sollen drei Entwürfe für einen Umbau des Postplatzes entwickeln. Das hat die Politik ebenso beschäftigt wie die Idee, die Gilgenstraße zu sperren.

Im Bauausschuss hatte es ein Patt gegeben: Die städtische Vorgehensweise bei der Neugestaltung des Postplatzes ist umstritten. Nun fiel die Entscheidung im Stadtrat. Auch sie war knapp, aber mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linke und UfS gab es eine 17:15-Mehrheit: Ein Fachbüro soll nun einen freiraumplanerischen Entwurf entwickeln und mehrere Vorentwürfe vorlegen, wie die 1360 Quadratmeter große Fläche zwischen dem südlichen Ende der heutigen Mittelinsel und dem Postgalerie-Zugang künftig aussehen könnte.

Die Entscheidung steht noch unter dem Vorbehalt, dass Fördermittel fließen, aber im Idealfall liegen dem städtischen Fachbereichsleiter Robin Nolasco zufolge noch in diesem Jahr Pläne vor, die bis 2028 umgesetzt sein könnten. Die Planungskosten könnten bei 65.000 Euro liegen, der Umbau selbst beim Zehnfachen. Es handele sich um eine „praktikable, pragmatische Lösung“, so Nolasco. Damit wird auf einen zeit- und kostenintensiveren Ideenwettbewerb verzichtet, für den der Stadtrat eigentlich 2024 schon votiert hatte.

Hausaufgaben der Stadt

Seither hätten sich jedoch Rahmenbedingungen verändert, sodass nur noch ein sehr begrenzter Gestaltungsspielraum bestehe, argumentiert die Stadt. Die Kritiker betonten, sie seien nicht gegen die schon lange geplante Umgestaltung, sondern gegen die Vorgehensweise. Die Stadtverwaltung habe noch einige Hausaufgaben zu erledigen, davor sollten keine teuren Aufträge vergeben werden, so zum Beispiel Jörg Zehfuß (CDU). Hinterfragt wurde unter anderem: Was lasse der Denkmalschutz zu? Und dürfe man überhaupt den Bereich direkt vor der Postgalerie einbeziehen? „Wir wollen mit diesem Entwurf offene Fragen zerstreuen“, sagte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD).

Die Bedenken bezüglich der Postgalerie wies Nolasco zurück: Deren Betreiber hätten sich zur Kooperation bereiterklärt, und der Entwurfsauftrag biete die Chance, für den Zugang des Einkaufszentrums eine bessere Lösung zu finden als den in der Politik ungeliebten Plan mit Podest und Rampe, der dem Betreiber schon vor Jahren genehmigt worden sei. Die Kritiker hingegen zogen das heutige Freisitz-Podest als Beispiel dafür heran, dass die Abstimmung mit dem Betreiber nicht gut funktioniere.

Einen zusätzlichen Wunsch für die Planung hatte Maria Montero-Muth (UfS): Der aktuelle Prozess solle als Chance genutzt werden, die angrenzende Gilgenstraße besser in den Einkaufsbereich der Innenstadt zu integrieren. Laut OB Seiler wird diese Fläche nicht in die Planung einbezogen. Wenn die Postplatz-Umgestaltung jedoch gelinge und der Platz häufiger bespielt werde, profitiere davon auch die Gilgenstraße.

Zählung in Gilgenstraße

Über einen UfS-Antrag, eine Sperrung der Gilgenstraße für Nicht-Anlieger zu prüfen, wurde nicht abgestimmt. Montero-Muth hatte vehement dafür geworben: Die Idee sei schon älter, aber jetzt biete die mehrwöchige Sperrung wegen einer Fernwärme-Baustelle eine einmalige Chance. „Ein wahres Wunder, ein wahrer Segen“ bestehe darin, dass auch mögliche Ausweichstrecken wie die Obere Langgasse und die Schützenstraße derzeit weniger Verkehr als erwartet zählten und viele Motorisierte wie gewünscht auf die B9 auswichen.

Dazu gab es Widerspruch: Die Linke erkannte sehr wohl viel Ausweichverkehr, der gerade Nebenstraßen verstopfe. Die CDU forderte eine ganzheitliche statt einer „punktuell isolierten Betrachtung“. Die FDP mahnte, sich im Hinblick auf künftige Baustellen nicht zu stark selbst einzuschränken.

Auch die UfS zeigte sich letztlich mit dem städtischen Vorschlag einverstanden. Fachbereichsleiter Nolasco sagte für die Verwaltung zu, möglichst schnell Verkehrszähler aufstellen und in der jetzigen Sperrungsphase der Gilgenstraße zu messen, dies dann auch in der folgenden Phase mit Bauarbeiten in der Landauer Straße zu tun und drittens erneut zu zählen, wenn alle Straßen wieder frei sind. Zudem würden Anwohner und Geschäftsleute in der Gilgenstraße befragt sowie Simulationsmodelle genutzt. Danach könne darüber beraten werden, ob es eine bessere Lösung als die heutige Tempo-20-Zone an der Postplatz-Zufahrt gäbe.

Blick von der Mittelinsel auf das Postgalerie-Portal: Wie kann diese Fläche aufgewertet werden?
Blick von der Mittelinsel auf das Postgalerie-Portal: Wie kann diese Fläche aufgewertet werden?
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