Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Politisches Patt: Uneinigkeit über Postplatz-Umgestaltung

Blick auf den Postplatz: Nach Vorstellung der Stadt sollen Busse künftig in beide Richtungen auf der Südseite fahren.
Blick auf den Postplatz: Nach Vorstellung der Stadt sollen Busse künftig in beide Richtungen auf der Südseite fahren.

Rund 65.000 Euro will sich die Stadt einen freiraumplanerischen Entwurf zur Umgestaltung des Postplatzes kosten lassen. An der Vorgehensweise gibt es Kritik.

Die endgültige Entscheidung zur Beauftragung eines Architekturbüros fällt am 5. Februar im Stadtrat, aber die inhaltliche Debatte vorab im Bauausschuss zeigte, dass es knapp werden könnte. In der Abstimmung gab es einen Patt: sechs zu sechs Stimmen. SPD, Grüne, Linke und UfS waren dafür, CDU, SWG, FDP und Freie Wähler dagegen. Im Tennis gäbe es bei diesem Ergebnis einen Tie-Break, im Stadtrat und in Ausschüssen kann die Stimme von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) den Ausschlag geben. Sie stimme „im Sinne der Verwaltung dafür“, so die Stadtchefin.

Ihr Bauamt schlägt vor, dass ein Büro damit beauftragt wird, zwei bis drei Vorentwürfe für die Fläche zwischen Altpörtel und Gilgenstraße zu erstellen, zu denen auch Landschafts- und Verkehrsplanung gehören. Die Kosten von rund 65.000 Euro könnten mit großer Wahrscheinlichkeit über das Programm „Kernstadt Mitte“ eine 90-prozentige Landesförderung erhalten. Die ersten Planungsphasen könnten noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, die Ausführungsplanung und Ausschreibung im kommenden Jahr folgen und der Platz frühestens 2028 umgebaut werden.

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Neue Rahmenbedingungen

Die Änderungen würden sich dabei im Vergleich zu früheren Überlegungen in Grenzen halten, erklärten Seiler und Sabine Klonig von der Stadtentwicklung. Die angrenzende Gilgenstraße komme nach der Absage eines Verkehrsversuchs nicht mehr als Teilfläche des Projekts in Frage, sodass es nur noch um 1360 statt 3500 Quadratmeter gehe. Inzwischen sei außerdem klar geworden, dass das Brezelhäuschen aus Denkmalschutzgründen nicht versetzt werden dürfe und dass eine „Freilegung“ des Speyerbachs technisch nicht machbar sei. Seiler hatte gegenüber der RHEINPFALZ auch betont, den bereits ins Spiel gebrachten Vorschlag für einen Brunnen oder ein Wasserspiel auf dem Platz nicht aufzugreifen: „Wir wollen uns nicht verzetteln.“

Die Umgestaltungsmöglichkeiten seien wegen dieser Rahmenbedingungen sehr begrenzt, sodass sich der ursprünglich vorgesehene Realisierungswettbewerb nicht lohne, argumentiert die Stadt. Die Beauftragung nur eines Architekturbüros sei zielführender. Als wichtigste Eckpunkte werden die Bündelung des Verkehrs an der Südseite und die Schaffung einer zusammenhängenden Platzfläche bis zur Postgalerie genannt. Das Projekt solle außerdem mit den Eigentümern des Einkaufs- und Dienstleistungszentrums abgestimmt werden und insgesamt die Aufenthaltsqualität auf dem Platz erhöhen.

Noch Hausaufgaben?

Von den Kritikern wünschte sich Claus Ableiter (FWG) einen Ideenwettbewerb unter mehreren Architekturbüros, auch wenn dieser mehr kosten würde: Der Postplatz sei für das Speyerer Stadtbild so bedeutend, dass sich dieser Aufwand auch für eine begrenzte überbaubare Fläche lohnen würde. Die FDP warnte vor neuen Kosten, bevor eine Landesförderung garantiert sei. Die CDU sah „noch zu viele Unklarheiten“: Die Verwaltung habe „noch mehr Hausaufgaben zu erledigen“, betonte Jörg Zehfuß. Dazu gehörten Abstimmungen mit dem Denkmalschutz und nähere Informationen zu den Kosten.

Der städtische Fachbereichsleiter Robin Nolasco teilte diese Bedenken nicht und erhielt Zuspruch von Henri Franck (SPD): „Man kann damit arbeiten.“ Nolasco warb für eine „schnelle, pragmatische Lösung“ zur Umgestaltung des Platzes. Eine grobe Kostenschätzung gebe es mit 600.000 Euro.

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