Meinung
Partnerschaftsarbeit muss weiterentwickelt werden
Auch in Speyer haben manche das Gefühl, dass kommunale Freundschaften wenig ausrichten können gegen Kriege, Machtpolitik und globale Krisen. Doch gerade darin liegt ihr Wert. Städtepartnerschaften verändern nicht die Weltpolitik. Aber sie verändern Perspektiven. Wer einmal eine Gastfamilie in Speyers Partnerstädten besucht hat, sich gemeinsam die Köpfe heiß geredet oder dort gefeiert hat, sieht ein anderes Land nicht mehr nur durch Schlagzeilen. Aus „den anderen“ werden konkrete Menschen. Das ist unspektakulär – und zugleich zutiefst politisch. Städtepartnerschaften halten Gesprächsräume offen, wo offizielle Kanäle versagen. Sie erinnern daran, dass Verständigung nicht erst zwischen Regierungen beginnt, sondern zwischen Menschen.
Aber die Partnerschaftsarbeit muss weiterentwickelt werden: mit mehr Jugendbeteiligung, digitalen Formaten und Projekten zu den wichtigen Zukunftsfragen unserer Zeit. Dazu müssen nicht nur die Freundeskreise, sondern auch die Stadtspitze und die Stadtverwaltung beitragen – jenseits aller Sonntagsreden: Mit einer besseren Finanzausstattung vorhandener und neuer Austauschformate und mit personeller Unterstützung bei der Einwerbung von Fördermitteln für Partnerschaftsaktivitäten. Das können Ehrenamtler allein nicht leisten.
