Speyer
Neuer Bürgermeister: Warum er sich „nochmals verbessert“ hat
Nein, Alexander Schubert (56) möchte sich am ersten Tag im Hauptamt als Speyerer Bürgermeister keine Messlatte legen, an der er nach der achtjährigen Amtszeit gemessen werden könnte. Er wolle sich für die Themen der zwei von fünf städtischen Fachbereichen, für die er verantwortlich zeichnet, „intern und extern stark machen“, betont er eher allgemein. Gerade im Sozialbereich hänge vieles an äußeren Faktoren, die die Stadt nicht selbst beeinflussen könne. „Ich werde dafür kämpfen, dass es gut weiterläuft.“
Die Kultur, die in seinem anderen Fachbereich neben Bildung, Sport und Tourismus hervorsticht, biete schon etwas mehr Eingriffsmöglichkeiten: Er wolle deren Angebote und Leistungen sichtbar machen, nennt er ein wichtiges Anliegen. „Es ist wichtig zu verstehen, dass Kultur ein gesellschaftsstabilisierender Faktor ist, der auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, das Image und sogar die Gesundheit einer Stadt hat.“ In diesem Bereich sei er nach zwölf Jahren als Leiter des Historischen Museums schnell sprachfähig, ins Soziale müsse er sich stärker einarbeiten.
Einige andere Abläufe
Seit Schubert im vergangenen Sommer zum Bürgermeister gewählt wurde, nutzte er die Zeit schon, um mit seiner Vorgängerin Monika Kabs (CDU) gemeinsame Termine wahrzunehmen und sich bei wichtigen Partnern der Kommune vorzustellen. Am ersten Tag im Amt wurde er von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) begrüßt, hatte gleich einen Termin mit dem städtischen Kämmerer und korrespondierte dann viel mit den städtischen Computerexperten. „Verwaltungstätigkeiten sind mir aus meinen bisherigen Tätigkeiten bekannt, aber etwa im Bereich EDV gibt es schon einige andere Abläufe“, so Schubert.
Der Terminkalender des Historikers mit Doktor- und Professorentitel läuft längst voll. Am Dienstag und Mittwoch stehen zum Beispiel zwei Jour-fixe-Termine mit seinen Fachbereichen an, Treffen mit dem Bistum, den Pflegestützpunkten und dem Lions-Club sowie die Wahlen der „Sportler des Jahres“, für die er als Sportdezernent ebenfalls zuständig ist. In ein Drittel Gremienarbeit, ein Drittel Repräsentation und ein Drittel verwaltungsinterne Abläufe teilt seine Aufgaben vorab ein.
„Ich wurde im Rathaus sehr herzlich aufgenommen“, so Schubert, der noch ohne großes Gepäck sein Büro bezogen hat: Das Mobiliar hat er von Vorgängerin Kabs übernommen. Nach und nach werde er aber auch persönliche Gegenstände mitbringen, etwa seine Sammlung von Speyer-Büchern, berichtet er. Vielleicht werde auch die Installation von Purrmann-Preisträger Dieter Balzer aus dem Büro im Museum mit ihm umziehen: „Sie gehört ohnehin der Stadt.“ Beim Büro habe er sich „nochmals verbessert“: Die Museumsleitung auf der anderen Seite des Domplatzes residiere schön, der Blickwinkel auf die Kathedrale sei nun aber noch attraktiver.
Für sechs Gremien zuständig
Sein Vortrag über „Märchenkönig“ Ludwig II. sei ein schöner Abschluss seiner Zeit im Museum gewesen, betont Schubert. Ohne Urlaub hat er jetzt den Arbeitsplatz gewechselt. Er wird sich noch diese Woche beim Senioren- und Migrationsbeirat vorstellen und in 14 Tagen mit dem Ausschuss für Tourismus die erste Sitzung von einem der sechs Gremien leiten, für die der erste Stellvertreter der Oberbürgermeisterin künftig zuständig ist. Hier werde ihm seine Erfahrung als Stadtrat von 2024 bis 2026 zugute kommen. Nach 100 Tagen könne er sicher konkreter werden, wenn er zu seinen wichtigsten Aufgaben befragt wird, betont Schubert.
Mit den strukturellen Änderungen zum bisherigen Job werde er gut zurechtkommen, erwartet der neue Bürgermeister. Dass die Anzahl „seiner“ Mitarbeiter von 40 auf fast das Zehnfache ansteigt, sei mit viel Verantwortung verbunden. Andererseits sei er nun Teil eines Stadtvorstands mit OB Seiler im ersten Rang. Im Museum habe er stets den grünen Stift des Chefs geführt, in der Stadt überlasse er den gerne Seiler und unterschreibe nun in blau.
