Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Nadines Woche: Mehr Mut für neue Wege

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Die Absage des Brezelfestumzugs, Müll und eine gesuchte Süßigkeit haben zuletzt Menschen in Speyer beschäftigt. Ein Wochenrückblick.

Brezelfestumzug: Ein Umdenken muss her

Die Nachricht kam unerwartet am Mittwochnachmittag: Der Verkehrsverein hat den Brezelfestumzug abgesagt und die Vorbereitungen abgebrochen. Zu groß sei der organisatorische und logistische Aufwand für den im Juli – in rund zwei Monaten – stattfindenden Umzug. Der Verein als Ausrichter hat gute Gründe für die Absage: Die ehrenamtliche Arbeit, die nach den Ereignissen in Magdeburg und Mannheim zu leisten wäre, sei als Aufgabe zu groß. Die Stadt sagt, dass der Umzug von ihrer Seite aus hätte stattfinden können. Die Sicherheitsauflagen nach den Amokfahrten in Magdeburg und Mannheim haben sich nicht geändert, es sind nur alle für dieses Thema sensibilisiert und haben verstärkt ein Auge darauf.

Bei all dem schwingt eins mit: die Angst. Die Angst des Veranstalters, dass etwas passiert. Diese Sorge ist nachvollziehbar. Ein Veranstalter hat gewisse Vorkehrungen zu treffen, die auch die Sicherheit betreffen, hat zum Beispiel Fluchtwege auszuweisen und Brandschutzvorgaben einzuhalten. Doch kann er auch für Terror, was Amokfahrten nun mal sind, haftbar gemacht werden? Ich meine: Nein. Verantwortlich für Terror ist der Täter, nicht der Veranstalter. Übrigens: Vom ein oder anderen wird bei einer solchen Absage gerne mal das vor vier Jahren überarbeitete Polizei- und Ordnungsbehördengesetz bemüht. Damit werde Tradition und Brauchtum zerstört und so weiter, ist dann in heißgeführten Debatten vor allem in vermeintlich sozialen Medien zu lesen.

Doch ein Blick ins Gesetz sowie in den vom rheinland-pfälzischen Innenministerium veröffentlichten Auslegungshinweis zeigt: „Der Veranstalter ist für die Sicherheit der Veranstaltung verantwortlich. (...) Eine absolute Sicherheit kann und muss nicht gewährleistet werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nicht jeder abstrakten Gefahr vorbeugend begegnet werden kann. (...) Die Verantwortlichkeit des Veranstalters erstreckt sich nur auf die Abwehr veranstaltungsbezogener beziehungsweise veranstaltungstypischer Gefahren. Hochgeschwindigkeitseinfahrten durch Terroristen oder psychisch kranke Personen stellen keine veranstaltungstypische Gefahr dar, da sie nicht in einem inneren Zusammenhang mit der Veranstaltung stehen.“

Die Frage, die sich nach der Brezelfestumzugsabsage und auch bei so mancher Veranstaltung im Speyerer Umland mit vielen Besuchern stellt, ist eher die: Ist es noch zeitgemäß, dass ein Verein als Veranstalter auftritt? Wäre die Verantwortung nicht besser in den Händen der Stadt oder der Gemeinde aufgehoben, die im Grunde in ihrer Außenwirkung auch von einem gelungenen Umzug profitiert? Unser gesellschaftliches Leben hat jahrzehntelang durch den unermüdlichen und kostenlosen Einsatz von Ehrenamtlichen funktioniert, die Feste neben ihrem Beruf in ihrer Freizeit organisiert haben. Wenn das Menschen – und oftmals sind es immer dieselben, die das gesellschaftliche Leben abwechslungsreich machen – angesichts der zahlreichen Vorgaben zu viel wird, ist das nur verständlich. Daher ist es vielleicht an der Zeit für ein Umdenken: Entweder weniger Vorgaben oder die Übergabe der Verantwortung ins Hauptamt, während die Ehrenamtlichen weiterhin tatkräftig unterstützen können.

Müll: Einem Dauerthema ein Ende setzen

Kaum etwas beschäftigt Menschen so sehr wie Müll, der nicht im Mülleimer liegt oder in Speyer zuletzt nicht darin unterkommen kann. Eine RHEINPFALZ-Leserin hat der Redaktion mehrere Fotos von überquellenden Mülltonnen in der Innenstadt geschickt. Ein altbekanntes Problem, über das schon seit Jahren berichtet wird. Die Stadt hält dagegen, dass die Mülltonnen in der Innenstadt täglich geleert werden, in den Sommermonaten sogar zwei Mal pro Tag. Teilweise seien die Mitarbeitenden des Baubetriebshofs sogar schon mal sonntagmorgens ausgerückt. Deren Einsatz ist aller Ehren wert! Die Stadtverwaltung sagt zwar, dass zurzeit keine weiteren Mülleimer geplant seien und die aktuellen in der Regel ausreichen, weil bei Veranstaltungen noch 240-Liter-Mülltonnen zur Verfügung stünden. Doch vielleicht hilft es den Stadt-Mitarbeitenden langfristig, wenn mehr beziehungsweise größere Mülltonnen ohne Ablagemöglichkeit neben dem Einwurfloch installiert werden. Dann könnte es sogar passieren, dass Müll nicht dauernd, im regelmäßigen Abstand thematisiert werden muss, Passanten ihren Abfall auch im Eimer unterbringen können und Speyerer nicht um das Bild ihrer Stadt fürchten müssen.

Rätsel: RHEINPFALZ-Leser suchen Gutsel

Wir haben kurz vor Ostern und in den Tagen danach die RHEINPFALZ-Leserinnen und Leser auf Entdeckungsreise in Speyer geschickt. In sechs Teilen haben wir Fotos von besonderen Orten veröffentlicht und gefragt, in welcher Straße sie sich befinden. Ortskenntnis und Knobelkompetenz waren gefragt. Einige Leserinnen und Leser meldeten zurück, dass es ihnen viel Spaß gemacht habe, in Speyer Neues zu entdecken. Aus der Antwort wurde jeweils ein Buchstabe für das Lösungswort gesucht. Es kamen schöne Worte als Rückmeldung zurück: „Tulpen“, „Huelle“, „Beutel“, „Luftig“ oder „Kultig“. Doch richtig war das Wort „Gutsel“ – pfälzisch für Bonbon, angelehnt an Süßigkeiten, die vielleicht in dem ein oder anderen Osternest zu finden waren. Danke fürs Mitmachen!

Ein schönes Wochenende wünscht

Nadine Klose

Nadine Klose
Nadine Klose
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