Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Brandalarm: Abitur an Speyerer Gymnasium klappt im zweiten Anlauf

Abiturprüfungen: dürfen nicht unterbrochen werden.
Abiturprüfungen: dürfen nicht unterbrochen werden.

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Die Ende Januar wegen eines Feueralarms am Nikolaus-von-Weis-Gymnasium abgebrochenen Abiturprüfungen sind nachgeholt worden.

15 Schülerinnen hatten nach Angaben des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums schon mit ihren Klausuren in Latein und Bildender Kunst begonnen, als dessen Räume in der Vincentiusstraße am Morgen des 29. Januar wegen eines Alarms der Brandmeldeanlage geräumt werden mussten. Die Folge: Die für die Abiturnoten relevanten Abschlussprüfungen konnten nicht fertiggeschrieben werden – zum einen wegen der Störung, zum anderen, weil sich die Schülerinnen beim Warten auf die Entwarnung der Feuerwehr über die Aufgaben austauschen konnten.

Die Entwarnung dauerte nicht lange: Ein Versuch im Chemieunterricht, bei dem sich mehr Rauch als erwartet entwickelt hatte, war die Ursache des Alarms. Mit ihm war letztlich keine Gefahr verbunden, sodass die 19 Feuerwehrleute ihren Einsatz schnell beenden konnten. Eine Fortsetzung der Abiturprüfungen war jedoch an diesem Tag nicht möglich, und bis zur neuen Terminierung gab es eine Verzögerung, weil neue Aufgabenvorschläge der Fachlehrkräfte zunächst eingereicht und vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium genehmigt werden mussten.

Neue Themen

In der vergangenen Woche gingen die Nachholprüfungen, von denen auch Schülerinnen des Edith-Stein-Gymnasiums betroffen waren, dann über die Bühne. Sie liefen ohne Probleme ab, wie „Niki“-Schulleiter Egbert Schlitz auf Anfrage berichtet. Neue Themen einreichen zu müssen, sei grundsätzlich nicht ungewöhnlich und zum Beispiel auch im Fall der Erkrankung von Prüflingen erforderlich, erklärt er. „Da wir sofort am 29. Januar mit den Planungen und Absprachen begannen und weil die beteiligten Lehrkräfte sich engagiert an die Arbeit gemacht haben, haben diese Prozesse alle gut funktioniert.“

Auch darüber hinaus hielten sich die „Nachwehen“ des Vorfalls aus Sicht des Schulleiters in Grenzen. „Gewiss waren weder Prüflinge noch Lehrkräfte glücklich über die Entwicklung dieses Tages und den Abbruch.“ Den Betroffenen sei jedoch klar gewesen, dass ein Feueralarm und eine daraus resultierende Unterbrechung von circa 35 Minuten als „höhere Gewalt“ hinzunehmen seien.

Trotz Vorkehrungen, um Störungen beim schriftlichen Abi zu vermeiden, etwa Verlegung der Prüfungen in einen separaten Gebäudetrakt, seien Eingriffe wie ein Feueralarm nicht auszuschließen, so Schlitz. „Bei allem Bedauern“ über den Prüfungsabbruch dominiere deshalb die Dankbarkeit, dass bei dem Alarm niemand zu Schaden gekommen sei und Gebäude sowie Gelände unversehrt blieben. Vor dem Abi 2027 wolle er in Dienstbesprechungen unter anderem darauf hinweisen, dass Lehrkräfte in den naturwissenschaftlichen Fächern an den Prüfungstagen bei Experimenten erhöhte Vorsicht walten lassen müssen oder im Zweifel auf diese verzichten sollen.

Bald gibt’s Zeugnisse

Die schriftlichen Prüfungen für rund 400 angehende Abiturienten an den Speyerer Gymnasien und an der Integrierten Gesamtschule sind damit abgeschlossen. Mitte März stehen zum Abschluss die mündlichen Prüfungen an. Erst im Juni schließen die Abiturienten vom Technischen Gymnasium der Joachim-Becher-Schule und vom Pfalz-Kolleg ihre Prüfungen ab.

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