Speyer Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung: Verdächtige auf freiem Fuß

Beliebte Partylocation: Der Jugendkeller der KJG St. Joseph in Speyer.
Beliebte Partylocation: Der Jugendkeller der KJG St. Joseph in Speyer.

[aktualisiert 17.10 Uhr] Die drei 15 und 19 Jahre alten Jugendlichen und Heranwachsenden, die im Verdacht stehen, am Fasnachtssamstag in Speyer eine 15-jährige Deutsche vergewaltigt zu haben, befinden sich auf freiem Fuß. Wie Hubert Ströber, Leiter der Frankenthaler Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage sagte, lägen derzeit keine Haftgründe wie Fluchtgefahr vor. Um eine Untersuchungshaft anzuordnen, müsse zudem ein dringender Tatverdacht bestehen. „Dazu benötigen wird die Aussage des Mädchens“, so Ströber. Die Jugendliche soll am Donnerstag vernommen werden. Erst danach wolle er sich in Absprache mit dem Polizeipräsidium Rheinpfalz zu dem Fall äußern, kündigte der Behördenleiter an. Das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung liege den Ermittlern noch nicht vor.

Dazu, was sich nach 21 Uhr in den Partyräumen der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) St. Joseph abgespielt haben könnte, äußerte sich Ströber „aus ermittlungstaktischen Gründen“ erneut nicht. Die drei Tatverdächtigen, ein 19-Jähriger Deutsch-Kroate sowie ein 19-jähriger und ein minderjähriger Syrer seien bereits wegen diverser Rohheits- und Eigentumsdelikte in Erscheinung getreten. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet von einem vierten Tatverdächtigen, der im Zuge „weiterer Untersuchungen ermittelt worden sei“. Die mutmaßlichen Täter waren den Angaben zufolge zunächst geflüchtet, bevor zwei von ihnen doch noch vorläufig festgenommen werden konnten.

In einer am Dienstag vom Bistum Speyer veröffentlichten Stellungnahme teilt die KJG St. Joseph mit, dass die betroffene Jugendliche sich gegen 21.40 Uhr selbst an die Veranstalter gewandt habe, „welche daraufhin unverzüglich die Polizei informierten, die sich direkt der Sache annahm. Um erste Gespräche mit Zeugen führen zu können sowie weitere Ermittlungen anzustellen, wurden die Gäste von der Polizei gebeten, vor Ort zu bleiben. Die Party wurde nicht unterbrochen und lief bis etwa 24 Uhr“. Die KJG St. Joseph habe „für die Gäste und ihre Eltern im Anschluss seelsorgerischen beziehungsweise psychologischen Beistand organisiert“, heißt es weiter. Es seien rund 300 junge Menschen auf der Feier gewesen.

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