Speyer Mit „Johannesbeergelee“ auf Stimmenfang
«DUDENHOFEN.»5000 Gläschen „Johannesbeergelee“. Der Gag mit seinem Vornamen kommt an bei Frauen und Männern, Jung und Alt. Den Geschmack trifft Johannes Steiniger mit dem Brotaufstrich schon mal. Lieferung frei Haus betreibt der CDU-Abgeordnete, der nach dem 24. September wieder in den Bundestag einziehen will. In Dudenhofen hat er sich am Freitag auf den Weg gemacht, und die RHEINPFALZ hat ihn von Haus zu Haus begleitet.
Drei Wochen sind es noch bis zur Bundestagswahl. Endspurt also für die Kandidaten. Seit zweieinhalb Wochen ist Steiniger, der 30-jährige Gymnasiallehrer, in den Gemeinden seines Wahlkreises 208 unterwegs. „An über 2500 Türen haben wir schon geklingelt“, berichtet er. Unterstützung holt er sich vor Ort. In Dudenhofen stellt sich Reinhard Oelbermann als Erster an seine Seite. Der Landtagsabgeordnete ist hier zu Hause, kennt die Bürger, und die meisten kennen ihn. Steiniger beherrscht die Kunst der Kommunikation selbst bestens. Forschen Schritts marschiert er vorneweg. „Am Anfang war es ungewohnt“, denkt der Dürkheimer an die ersten Klingeltouren zurück. Dann lächelt er: „Aber die Rückmeldungen waren meist positiv.“ Dass er die Pfälzer Mundart beherrscht, kommt ihm dabei zupass, wie sich zeigt. Die Geleegläschen klackern im Stoffbeutel, den Steiniger lässig über der Schulter trägt. „Fast 50 Frauen und ein Mann haben das eingekocht“, erzählt er und verrät grinsend: „Mich haben sie drei-, viermal umrühren lassen.“ Gut die Hälfte der Probiertöpfchen hat er selbst etikettiert. Mühsam ist das Haustürgeschäft in Dudenhofen. Nur knapp 30 Prozent der Bürger sind zu Hause, wird der Politiker später hochrechnen. Jetzt hat er gerade Glück in der Neustadter Straße. „Guten Tag, mein Name ist Steiniger. Ich bin Ihr Bundestagsabgeordneter der CDU“, stellt er sich vor. Die ältere Dame am Fenster schaut irritiert. „Bundestagsabgeordneter?“, fragt sie nach. Das Gelee lässt sie sich gerne auf den Tisch im Hof stellen. „Schick! Dankeschön“, quittiert eine Frau mittleren Alters den Erhalt von Steinigers Werbeprospekt. „Mer sieht Se uff jedem Plakat“, ruft ihm eine Seniorin entgegen. Selbst bei einer FDP-Vertreterin in der Carl-Zimmermann-Straße gibt’s einen freundlichen Empfang und für die Freundin aus Geinsheim ein Gelee. Nach eineinhalb Stunden gehen die Gläschen zur Neige. Nachfüllen ist angesagt. Dann geht’s weiter Klingeln jagen. „Guten Tag, mein Name ist Johannes Steiniger …“. Und wieder klackert es im Stoffbeutel.