Speyer
Maximilianstraße: „artTr€$or“ folgt auf Hypo-Vereinsbank
„Wir haben nach Räumen in der Stadt gesucht, in denen wir arbeiten können“, sagt Buja, der mit bürgerlichem Namen René Burjack heißt, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der Maler hat zwar seit mehr als zehn Jahren sein eigenes Atelier namens „Studio:D“ in Dudenhofen. Doch Buja stellt darüber hinaus gerne Kunstprojekte gemeinsam mit Kollegen in der Region auf die Beine. So kam es, dass er und Timothy Starratt sich mit dem Wunsch nach einer Spielfläche in der Domstadt an die Stadtverwaltung wandten.
„Die Mitarbeiter der Stadt haben für uns dann den Kontakt zu einer Immobiliengesellschaft in Bonn hergestellt, die das Gebäude in der Maximilianstraße 21 verwaltet“, berichtet Buja. Er und Timothy Starratt, der selbst Maler und darüber hinaus DJ sowie Lehrer für Kunst und Englisch an der Nikolaus-von-Weis-Realschule plus in Speyer ist, legten den Immobilienmanagern die Pläne für ihr Projekt „artTr€$or“ dar. Das Ergebnis: ein Mietvertrag für die Künstler für die Monate April bis Juni.
Kult(o)urnacht: Tresorraum spielt besondere Rolle
„Wir nutzen das Gebäude als Atelier und Ausstellungsraum“, teilt Buja mit. Erste Kunstwerke haben er und seine Kollegen, wozu neben Timothy Starratt auch Nina Bussjäger und Georg Rück (Pseudonym Gizmoh) zählen, in der Woche nach Ostern in die Schaufenster zur Maximilianstraße gehängt. In den nächsten Tagen sollen weitere Gemälde und dazu Leinwände, Farben sowie sonstige Arbeitsmaterialien den Weg in das Gebäude finden, kündigt Buja an.
Die Vergangenheit der Immobilie als Bankgebäude finden die Künstler sehr passend für ihr Vorhaben. „Kunst ist ein wertvolles Gut“, betont Buja. So seien die vier auch auf den Projektnamen „artTr€$or“ gekommen. Wobei die besondere Schreibweise des Begriffs mit einem Eurozeichen für das „e“ und einem Dollarzeichen für das „s“ zu beachten ist. Den Tresorraum im Keller des Gebäudes gibt es übrigens auch noch – und der spiele mindestens bei der Speyerer Kult(o)urnacht am 29. Mai eine besondere Rolle, verraten die Künstler.
Künstlern bei der Arbeit über die Schultern schauen
„Bei der Kult(o)urnacht soll die ,Maxi 21’ ein zentraler Treffpunkt sein. Unsere Räume stehen allen Generationen offen“, unterstreicht Buja. Die vier Künstler wollen sich am 29. Mai von den Besuchern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen lassen. Außerdem ist im Tresorraum eine besondere Aktion unter der Regie von Georg Rück geplant, zu der jeweils nur rund eine Handvoll Gäste Einlass finden sollen; mehr verrät er dazu nicht. Die Zugangsbeschränkung erfolge aus Sicherheitsgründen, da der Tresorraum relativ klein ist und er sich zudem im Keller befindet.
Einige Zeit vor der Kult(o)urnacht sind die vier Künstler nur wenige Meter von der „Maxi 21“ entfernt aktiv. In der „Maxi 99“ bespielen sie vom 24. April bis zum 17. Mai die Räume der Stadt bei der zweiten Auflage der Artup Speyer mit Ausstellungen von Werken von mehr als einem Dutzend Kunstschaffenden. Auch verschiedene Performances gehören zum Programm. Was die Zukunft der „Maxi 21“ betrifft, hat Buja erfahren, dass das Gebäude frühestens 2027 grundlegend saniert werden soll.