Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Massenimpfung: Neuauflage noch nicht gesichert

Initiatoren bei einer kurzen Pause: Peter Bödeker (links), Gerald Haupt.
Initiatoren bei einer kurzen Pause: Peter Bödeker (links), Gerald Haupt.

Die Impfaktion mit Astrazeneca auf dem Bö-Fashion-Parkplatz in der Auestraße am Sonntag hat bewegt. Mehr als 1500 Spritzen wurden gesetzt, das Interesse war weit höher. Am Montag war Manöverkritik.

Wird es eine Neuauflage geben? Diese Frage ist Mediziner Professor Dr. Gerald Haupt und Geschäftsmann Peter Bödeker als den Initiatoren am Montag am häufigsten gestellt worden. Sie hatten es im Vorfeld nicht ausgeschlossen, hielten sich aber nun mit einer Antwort zurück. Es seien noch einige Fragen zu klären. Ende der Woche wisse man mehr. Die Aktion am Sonntag, bei der Impfinteressenten ohne Anmeldung im Auto vorfahren konnten, war aus ihrer Sicht ein Erfolg.

Die kritischen Stimmen haben sie sehr wohl vernommen – und teilweise auch persönlich beantwortet. Bei der Verkehrsführung wissen Bödeker und Haupt selbst, dass nachgebessert werden müsste. Staus bis auf die Autobahn seien zu viel. Eine Anfahrt über die K2 aus Richtung Otterstadt wäre eine Möglichkeit, die das Stadtgebiet weniger belasten würde. „Es wären Feinjustierungen nötig“, so Haupt. Die Polizei und die Stadt müssten daran mitwirken.

Stadtverwaltung lobt

Auch im Rathaus war die Aktion am Montag Thema – und auch dort wird „großes Verbesserungspotenzial“ bei der Verkehrsführung gesehen. Pressesprecherin Annika Siebert auf Anfrage: „Denkbar wäre zu Gunsten der Impfwilligen, der Anwohner sowie derjenigen, die die Straßen zu einem anderen Zwecke nutzen möchten, eine Terminvereinbarung vorab beziehungsweise geänderte Zufahrtswege einzusetzen.“ Sie betont, dass die Stadtverwaltung die Aktion unterstützt habe, aber nicht federführend sei. Sie lobt die Organisatoren und ordnet ein, „dass sich der Aufwand gemessen an der Dankbarkeit und Freude bei den Impflingen gelohnt hat“.

Er sei am Sonntagabend schnell eingeschlafen, berichtet Peter Bödeker von den Folgen seines Einsatzes. Schon am Vortag hatte er vieles zu regeln, war am Aktionstag frühmorgens auf dem Gelände und begleitete am Nachmittag die Verwaltungsarbeit: „Als die Impfungen fertig waren, hat das nochmals vier Stunden gedauert.“ Bei einer Neuauflage würde es auch hier eine Änderung geben: Angeraten wäre der Einsatz von noch mehr Helfern, die schon parallel zu den Impfungen die Dokumentation erledigen und die Belege sortieren und nicht erst im Nachhinein. Von den mehr als 50 Freiwilligen am Sonntag hätten fast alle schon Bereitschaft signalisiert.

Dass es bei einem weiteren Termin eine Beschränkung auf Impflinge auf der Region geben könnte, hält Haupt für denkbar. Fraglich sei aber, ob und wie bei Verstößen das Hausrecht umgesetzt werden könnte.

Thema in Leserbriefen

Mit der Impfaktion beschäftigen sich auch zahlreiche Leserbriefe an die RHEINPFALZ. Zu einem häufig angeführten Kritikpunkt, dass bei der Aktion viel Impfstoff zur freien Vergabe zur Verfügung gestanden habe, in den Impfzentren jedoch Personen mit Priorisierung mangels Vakzinen weiterhin warten müssten, hat das Bundesgesundheitsministerium die Erklärung geliefert: Es hat die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson für alle freigegeben. Hintergrund: Sie sollen laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission an Personen über 60 Jahren verimpft werden, die Bundesregierung geht jedoch davon aus, dass diese schon geimpft sind, wenn der Großteil der Lieferungen in Deutschland eintrifft. Deshalb die Freigabe, und deshalb die zeitliche Überschneidung. Die Dosen hat Mediziner Haupt über sein medizinisches Versorgungszentrum in Speyer bestellt. Auch andere Arztpraxen hätten diese Möglichkeit.

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