Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Luftfilter in Schulen: So plant die Stadt

Beispiel für eines von vielen verschiedenen Modellen: Lüftungsanlage in einem Klassensaal.
Beispiel für eines von vielen verschiedenen Modellen: Lüftungsanlage in einem Klassensaal.

Homeschooling und Wechselunterricht können keine Dauerlösungen sein. Nach eineinhalb Jahren Pandemie sollen deshalb Lüftungsanlagen an Schulen eine größere Rolle spielen. Die Stadt Speyer verfolgt für die 15 Schulen in ihrer Trägerschaft dabei mehrere Ansätze – inklusive zwei Pilotprojekten.

Ein Grundprinzip: Wenn Luftfilteranlagen, um auch eine potenzielle Corona-Virenlast abzusaugen, dann sollen sie in Grund- und Förderschulen sowie in den unteren Klassen weiterführender Schulen zum Einsatz kommen. In diesen sind die meisten Kinder noch keine zwölf Jahre alt und damit nicht gegen das Virus geimpft. Für die Grund- und Förderschulen hat die Stadt laut Sprecherin Lisa Eschenbach im Januar ein Pilotprojekt gestartet. Sie erhielten in Kooperation mit einem ortsansässigen Lieferanten und dem Tüv Hessen mobile Luftfiltergeräte. „Davon sind aktuell 25 im Einsatz.“

Bei fünf großen Grundschulen ist das natürlich keine vollständige Ausstattung. Das zeigen die Vorbereitungen für ein weiteres Pilotprojekt an der Zeppelinschule. Diese werde im Aktionszeitraum von drei Jahren mit circa 100 mobilen Geräten ausgestattet. Das denkmalgeschützte Gebäude sei dabei eine besondere Herausforderung. „Der Tüv Hessen soll dieses Pilotprojekt begleiten, dokumentieren sowie Erkenntnisse veröffentlichen“, erklärt Eschenbach. Mit der Lieferung solle nach den Sommerferien begonnen werden; derzeit verhandelten Stadt, Schule und der Lieferant noch. Auch der Förderverein der Schule habe finanzielle Unterstützung zugesagt.

Anträge für 115 Räume

Zusätzlich werde für die städtischen Schulen derzeit geprüft, ob alle Klassenzimmer, in denen sich bis zu Zwölfjährige aufhalten, „aufgerüstet“ werden können. Es sollten stationäre, festverbaute Luftfilter werden, für die eine Bundesförderung in Aussicht gestellt sei, erklärt Eschenbach. Es gebe keine Festlegung auf ein bestimmtes Modell und noch keine Kostenschätzung, aber Mindestanforderungen. Anträge für 115 Räume würden vorbereitet, es werde mit einer längeren Bearbeitungszeit gerechnet. Deshalb gebe es den Plan, ab September 2021 zwischenzeitlich mobile Filtergeräte anzumieten. „Diese Maßnahme müsste die Stadt Speyer allerdings selbst finanzieren“, so Eschenbach.

Auch Eigeninitiativen sind nicht verboten – wie sie schon vor mehreren Monaten das Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium und sein Förderverein ergriffen haben. Sie wollen alle 42 Klassenzimmer mit Lüftungsanlagen der Marke Eigenbau ausstatten, wie sie das Max-Planck-Institut entwickelt hat. Für gut 20 Säle stand zuletzt die Finanzierung schon, weitere Spenden werden gesammelt und freiwillige Arbeitsleistungen eingebracht. „Die Umsetzung läuft noch“, erklärt Eschenbach. Das Geld in diesem speziellen Fall komme nicht von der Stadt.

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