Speyer Lesung mit Susanne Popp

Die in Speyer geborene Autorin Susanne Popp bei ihrer Lesung bei Literatur und Musik Verein zur Förderung des Kulturdialogs.
Die in Speyer geborene Autorin Susanne Popp bei ihrer Lesung bei Literatur und Musik Verein zur Förderung des Kulturdialogs.

Der Romantik des Rheins und seiner Ufer hat Susanne Popp ihren Roman „Loreley. Die Frau am Fluss“ gewidmet. Im Trinitatis hat sie daraus gelesen. Cellistin Isabel Eichenlaub hat dazu das Loreley-Lied und romantische Musik gespielt.

Susanne Popp lebt in Zürich. Geboren ist sie in Speyer. Hier hat sie die ersten Jahre ihrer Kindheit in der Jugendherberge verbracht. Das Schlafzimmer der Herbergseltern befand sich nach Angaben der Autorin hinter einer Verbindungstür unmittelbar neben einem 24-Betten-Saal. Aufgewachsen ist sie in der Pfalz, bis sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und der inzwischen erwachsenen Tochter den Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegt hat. Seit 2018 schreibt sie Romane, aktuell sind sechs veröffentlicht. Lange Jahre hat Popp Biografien für Auftraggeber geschrieben und sich dann irgendwann eigene Literatur zugetraut.

Die Idee zu „Loreley. Die Frau am Fluss“ sei von ihrem Mann gekommen, erzählt sie. So habe sie ihrer Faszination für die romantische Mittelrhein-Landschaft endlich freien Lauf lassen können. Popp verbindet historische Ereignisse wie beispielsweise die Rhein-Begradigung mit Fiktion. Sie liest die Zuhörer schnell in die Geschichte hinein, die die Waise Julie Anfang des 19. Jahrhunderts in Bacharach erlebt. Popps Roman beginnt im Jahr 1801.

Interesse an historischen Frauenfiguren

Historischen Frauenfiguren gelte ihr besonderes Interesse, erklärt die Autorin. Aber auch ein Pfarrer spielt im Roman eine wichtige Rolle und natürlich Johann, ebenfalls Waise, eine Kräuterfrau.

Popp zitiert den Rheinromantiker Friedrich Schlegel, verweist auf die Bewegung, die die Romantik im 18. und 19. Jahrhundert in Literatur und Kunst angestoßen hat. Eichenlaub spielt „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ wunderbar dazu. Das vertonte Gedicht von Heinrich Heine sei im 19. Jahrhundert zu einer Art Hymne geworden, sagt Popp. Auch im Haus Trinitatis berührt die Melodie die Herzen.

Im Mittelpunkt steht der 132 Meter hohe Schieferfelsen, der sich bei St. Goarshausen aus dem Rhein erhebt und weltweit unter dem Namen Loreley bekannt ist. Den Ursprung der Geschichte, die sich um den Felsen über der tiefsten und engsten Stelle im Mittelrhein rankt, sieht Popp in der Ballade, die Clemens Brentano 1800 in 24 Kurzreim-Strophen verfasst hat und eine Frau auf „den Loreley“ gesetzt hat. „Aus heutiger Sicht ist das damalige Frauenbild problematisch“, räumt die Autorin ein. Popp setzt die Szenerie folgerichtig in St. Goarshausen fort. Sie springt ein paar Seiten weiter ins Jahr 1817.

Loreley und Tulla

Dicht und humorvoll beschreibt sie Ereignisse um einen Gottesdienst, erzählt vom harten Leben der Bevölkerung, stellt die reale Elisabeth Mertens vor, verheiratet mit dem Begründer der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt, der damit den Tourismus im Mittelrheintal entwickelt hat. In Popps Buch fährt Elisabeth mit Mann und dessen Geschäftsfreund in einer Kutsche den Mittelrhein entlang und sieht bei dieser Gelegenheit die Loreley zum ersten Mal. Eichenlaub spielt Schumann.

Popp schreitet weiter fort in der Geschichte und gelangt zum Ingenieur Johann Gottfried Tulla, der Anfang des 19. Jahrhunderts Teile des Oberrheins begradigt hat. Vielleicht in Erinnerung an ihre Geburtsstadt berichtet die Autorin von der erfolgreichen Gegenwehr der Speyerer. Sie gibt eine Seite aus dem Diercke-Weltatlas durch die Reihen, die die Rheinbegradigung bei Karlsruhe eindrucksvoll zeigt. Das Treffen zwischen Elisabeth Mertens und Bettina von Arnim lässt sie ebenso aus wie die Annäherung von Johann an Julie. „Lesen Sie selbst.“

„Ein Strom der Zeit“

Stattdessen kündigt Popp den zweiten Teil der „Loreley“ für September an. „Ein Strom der Zeit“ erscheint demnach bereits in den nächsten Tagen.

Mit Eichenlaubs Cello endet die Lesung mit Musik, „Loreley. Die Frau am Fluss“ wird eifrig gekauft und von der Autorin signiert. Die Auszüge aus dem Roman haben Lust auf mehr gemacht.

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