Speyer
Kurzer Fahrgeschäft-Schock vor dem Brezelfest
400 Bewerber hatte es für die gut 100 Plätze auf dem Brezelfest gegeben, informiert die Verkehrsverein Veranstaltungs GmbH. Sie richtet den Rummel von 6. bis 11. Juli aus. „Es sind alle Plätze belegt, wie immer“, sagt Jürgen Neubeck und atmet auf. Er ist zum ersten Mal als Marktmeister alleine für den Festplatz verantwortlich und hat die Krisensymptome der Branche noch nicht am eigenen Leib gespürt. Vor allem die Corona-Jahre mit 71 Prozent Umsatzeinbußen allein 2020 haben der deutschen Schausteller-Branche mit 32.000 Beschäftigten in gut 5300 Betrieben zugesetzt.
Auch beim Dürkheimer Wurstmarkt als pfälzischem Vorzeigefest war es Berichten aus der Kurstadt zufolge nicht mehr so einfach wie früher, an die Wunschbetriebe zu kommen. Das „Schwarzwaldhaus“ hat sich etwa von einem Großteil seiner jährlichen Gastspiele verabschiedet. Anders als in Bad Dürkheim wird es jedoch weiter in Speyer vertreten sein, weil der Termin besser passt. Großbetriebe seien zunehmend schwer zu bekommen – das hat auch der Speyerer Organisator Neubeck gespürt. Manche Fahrgeschäfte seien nach der Krise ins Ausland verkauft worden, andere suchten Plätze, auf denen sie zwei Wochen stehen könnten statt „nur“ an den sechs Brezelfest-Tagen.
Zwei Beschicker sagen ab
Im Januar hatte der Verkehrsverein geglaubt, den Festplatz 2023 gut belegt zu haben. Dann wurde es vor wenigen Tagen doch nochmals hektisch. Zwei große Fahrgeschäfte hätten aus betrieblichen Gründen abgesagt, berichtet Neubeck auf Anfrage. Er nennt die Wildwasserbahn und das Kettenflieger-Karussell „Big Ben“. „So kurzfristig ist es nicht einfach, noch freie Betriebe zu finden“, bedauert er. Er habe aber Glück gehabt: Anstelle der Wildwasserbahn sei schon eine „Wilde Maus“ verpflichtet worden. Beim Karussell-Ersatz stehe eine Einigung bevor.
Die Brezelfest-Fans müssten auch 2023 nicht auf attraktive Fahrgeschäfte verzichten, versichert Neubeck. Als weitere Beispiele nennt er in Speyer bekannte Namen wie „Adventure“, „Magic“ und „Super Bob“. Auch bei Angeboten etwa im kulinarischen Bereich hätten viele Stammbeschicker frühzeitig zugesagt. Eine Neuerung werde 2023 die Beteiligung der örtlichen Firma Foonax mit ihrer „Weinkiste“ auf dem Platz des früheren „Weinständels“ sein.
