Speyer Schwarzwaldhaus bleibt dem Brezelfest erhalten

Platzhirsch beim Volksfest: Schwarzwaldmädel.
Platzhirsch beim Volksfest: Schwarzwaldmädel.

Beim Dürkheimer Wurstmarkt wird es als „Ende einer Ära“ bedauert: Das „Schwarzwaldmädel“ – auch als „Schwarzwaldhaus“ bekannt – kehrt dem Volksfest nach 70 Jahren den Rücken. Was bedeutet das für Speyers Brezelfest?

Auf dem Brezelfest wird im Juli im Schwarzwaldhaus bewirtet, auf dem Wurstmarkt im September – diese Formel für den Betrieb mit Imbiss-, Wein- und Bierangebot gilt 2023 nicht mehr. Das Betreiberpaar Lustnauer hat in Bad Dürkheim abgesagt. Der Hauptgrund seien Personalprobleme, so Nico Lustnauer gegenüber der RHEINPFALZ. Sein Unternehmen habe einen festen Gastronomiebetrieb in Ludwigsburg dazugenommen und werde sich daher auf fünf statt bisher elf jährliche Volksfest-Standorte konzentrieren.

Auf das Brezelfest trifft die Reduzierung nicht zu, sagt Lustnauer auf Anfrage. Eines der größten Angebote, für das so leicht kein Ersatz zu finden gewesen wäre, bleibt dem veranstaltenden Verkehrsverein also erhalten. „Wir sind sehr froh darüber“, betont Vereinsvertreter Claus Rehberger. „Das Schwarzwaldhaus ist in Speyer eine Institution.“

Termin macht den Unterschied

Den Unterschied zwischen der Kur- und der Domstadt erklärt Lustnauer auch mit dem Termin. Der Wurstmarkt liege ziemlich kurz vor dem Cannstatter Volksfest, was ihn und seine Leute regelmäßig in Stress versetze. Beim Brezelfest sei das anders: „Der Termin liegt für uns deutlich geschickter.“ Vorher sei man in Darmstadt, Speyer liege quasi auf dem Rückweg ins Schwabenland und feiere „nur“ sechs Tage. Da sei es einfacher Personal zu verpflichten: Er könne auf einen treuen Kreis polnischer Schüler und Studenten zurückgreifen, deren Ferien in die Fest-Phase fielen. „Außerdem finde ich in der Region auch gut Aushilfen.“

Die Rolle als „Platzhirsch“ in Speyer sei etwas Besonderes für seinen Betrieb, so Lustnauer. Wirtschaftlich sei das Brezelfest alljährlich „mit unsere beste Veranstaltung“. Vom „Tag der Betriebe“ am Montag schwärmt er besonders. Er wolle in Speyer nichts ändern – das gelte auch für das gastronomische Konzept.

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