Speyer
Kontakt zu Partnerstädten auch in Corona-Zeiten
Elias Glatzle ist zweisprachig aufgewachsen. Geboren ist er im barocken Ludwigsburg, Vater Deutscher, Mutter Algerierin. Eingeschult wurde Glatzle in eine französische Schule in Marokko. „Drei Jahre war mein Vater da als Entwicklungshelfer tätig“, erklärt er den Ortswechsel. Zurück in Baden-Württemberg habe er ein musisches Gymnasium besucht. Glatzle spielt Gitarre und Ukulele, hat eine klassische Gesangsausbildung erhalten und ist seit Jahren Teil des Akustik-Quartetts „The Bohemians“.
Studiert hat der Städtepartnerschaftsbeauftragte Psychologie, Musikwissenschaften und -pädagogik in Gießen. „Die Stadt war nicht gerade eine Perle“, sagt er. Dennoch hat er sich von der Dramaturgie bis zur Theaterkasse durch das Stadttheater gearbeitet. In Passau – „das ist eine wahre Perle“ – war er als Dramaturg für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher bei den Festspielen Europäische Wochen Passau engagiert und vor seiner Anstellung in Speyer am Pfalztheater Kaiserslautern Dramaturg für Musiktheater, Konzert und Tanz.
Begeistert von Musikszene
Seit September wohnt Glatzle mit Partnerin und Sohn in Speyer. „Kein Wunder, meine Freundin ist hier zu Hause“, sagt er. Für den Sohn sei die Stadt der ideale Ort zum Aufwachsen, sagt Glatzle. Sein Kind fühle sich in der Kita „Flohkiste“ wohl und entdecke Speyer gerade für sich. Ganz fremd sei ihm die Stadt nicht, berichtet Glatzle von seiner musikalischen Beteiligung an zwei Kulturnächten und dem gut ausgestatteten sozialen Netzwerk seiner Partnerin.
„Was ich noch nicht kannte, erschließe ich mir über den Job“, betont er seine Lust auf die Domstadt. Beeindruckt sei er von dem großen Engagement der Bevölkerung für ihre Stadt und der regen Klassik- und Popularmusik-Szene. „Hier geschieht mehr als in vielen vergleichbaren Städten“, beschreibt er seine Eindrücke. Glatzle will sich beruflich und privat für die Stadt engagieren, am liebsten so bald wie möglich in einem Chor singen und das Kulturbüro in allen Bereichen unterstützen.
Er habe in den vergangenen Wochen die Kulturtage mitorganisiert und am Flyer zum jüdischen Mahnmal in der Hellergasse mitgearbeitet, berichtet er von ersten Aufgaben unter erschwerten Bedingungen.
„Die Pandemie bremst überall aus“, beschreibt er die Lage. Wie gerne würde er in die Partnerstädte reisen, Länder und Leute kennenlernen, Ideen und Konzepte entwickeln. Vor sehr langer Zeit habe er Chartres besucht, „die anderen Städte in Europa, Asien und Afrika werde ich irgendwann kennenlernen“, hat er sich vorgenommen. Sprachlich macht er sich keine Sorgen. Zu Deutsch und Französisch sei im Laufe der Zeit Englisch und „Basis-Italienisch“ hinzugekommen. Glatzle ist überzeugt, dass er mit diesen Kenntnissen auf dem internationalen Städtepartnerschaftsparkett bestehen kann.
Kleines Trostpflaster
Derzeit knüpfe er Kontakte zu den Freundeskreisen, lässt sich von den Leuten erzählen, wie die Partnerstädte die Corona-Krise meistern und will die Geschichten mit viel Lokalkolorit aufschreiben. Als kleines Trostpflaster für die in diesem Jahr entgangenen Adventswochenenden mit Delegationen der Partnerstädte rund ums Rathaus preist Glatzle Taschen in limitierter Auflage an, gefüllt mit Köstlichkeiten aus den Partnerstädten und den entsprechenden Rezepten dazu. „Sie können direkt bei mir erworben werden“, sagt er.
Elias Glatzle ist nach vielen Stationen in Speyer angekommen, der Stadt, in der er eine „wirklich wahre Perle“ sieht.
