Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Die Pandemie in Speyers Partnerstädten: Leere in Chartres

Leer: In Chartres fehlen die Touristen.
Leer: In Chartres fehlen die Touristen.

Mit Chartres verbindet Speyer einiges – beide Städte blicken auf eine rund 2000-jährige Vergangenheit zurück, beide rühmen sich ihrer Kathedralen, die zugleich Unesco-Weltkulturerbestätten sind, und beide ziehen zahlreiche Touristen an – normalerweise. Denn im Corona-Herbst herrscht in Speyers ältester Partnerstadt gähnende Leere.

Die Pandemie hat der französischen Stadt bei vielen Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. So musste etwa das Lichterfest am dritten Samstag im September ausfallen – normalerweise zieht es nach Angaben des Beigeordneten Patrick Géroudet rund 100.000 Zuschauer an.

Während des Lockdowns in Frankreich lag auch in Chartres ein Großteil des kulturellen Lebens brach. Alle Theatervorstellungen wurden abgesagt, der vorgesehene Schüleraustausch nach Speyer mit Schülern des Collège Sainte Marie und des Collège Victor Hugo wurde annulliert.

Ein wenig Normalität erlebte Chartres in der Zeit zwischen den Lockdowns im Frühjahr und Herbst. Das kulturelle Leben der Stadt habe im Sommer wieder einen „normalen Rhythmus“ angenommen, so Géroudet. Bars und Restaurants liefen im Sommer laut dem Beigeordneten ebenso gut wie in der Vorjahresperiode – vor allem dank vergrößerter Außenterrassen.

Partnerschaft seit mehr als 60 Jahren

Seit dem Jahr 1959 besteht die Partnerschaft zwischen Speyer und Chartres. Als Oberbürgermeister Paulus Skopp (SPD) damals die Urkunde unterzeichnete, war Speyers zweite Städtepartnerschaft nach der mit dem englischen Spalding (1956) besiegelt. Heute gibt es acht Partnerschaften, wobei die mit Spalding von der englischen Stadt nicht mehr gepflegt wird.

Die französische Stadt Chartres mit rund 39.000 Einwohnern liegt rund 90 Kilometer südwestlich von Paris. Wahrzeichen ist die gotische Kathedrale Notre-Dame de Chartres mit ihren weltweit berühmten Glasfenstern.

Bürgerreisen zwischen den beiden Städten fanden vor Corona regelmäßig statt. Der Speyerer Besuch in der französischen Stadt im vergangenen Jahr war ein besonderer, markierte er doch das 60. Jubiläum der deutsch-französischen Städtefreundschaft.

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