Speyer
Kaufhof-Standort: Abgeordnete nach Gespräch mit Konzernspitze optimistisch
Noch hängen dunkle Wolken über der Zukunft der Kaufhof-Filiale in Speyer, doch zum Jahresende gibt es einer ersten kleinen Lichtblick: Was den Erhalt des Standorts am Altpörtel angehe, habe er „ein positives Gefühl“, sagte der Speyerer Landtagsabgeordnete Michael Wagner (CDU) nach einem Gespräch mit der Geschäftsführung des Essener Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) am Donnerstagvormittag gegenüber der RHEINPFALZ. Gemeinsam mit seinem Parteikollegen, dem Dürkheimer Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger, hatte sich Wagner rund 45 Minuten mit dem Galeria-Vorstandsvorsitzenden Miguel Müllenbach über die Niederlassung in der Domstadt ausgetauscht.
Das Gespräch sei „sehr konstruktiv“ gewesen, sagte Wagner. Die beiden Parlamentarier hätten gegenüber der Konzernspitze die besonderen Vorzüge des Standorts Speyers erneut deutlich gemacht. Dazu zählt für Wagner „der große Einzugsbereich und die Attraktivität der Stadt“. Auch dürfe man nicht vergessen, dass die lange Sperrung der Salierbrücke von 2019 bis 2021 zu einem Umsatzeinbruch des hiesigen Einzelhandels um bis zu 30 Prozent geführt habe, weil die badischen Kunden ausgeblieben seien. Er habe das Gefühl, dass dieser besondere Umstand in der Galeria-Zentrale bisher so nicht ausreichend wahrgenommen worden sei, so Wagner. Gerade die Tage um Weihnachten zeigten, dass Speyer auf einem guten Weg sei, diesen Kundenverlust wieder wettzumachen.
„Grundsätzlich optimistisch“
Auch die Verantwortung des Warenhaus-Konzerns gegenüber den Beschäftigten „hat eine wichtige Rolle gespielt“, sagte Wagner. In Essen werde genau registriert, wie sehr sich die Bevölkerung, die Stadt und der Einzelhandel für den Erhalt der Kaufhof-Niederlassung einsetzten.
Seit Wochen führt Galeria Gespräche unter anderem mit den jeweiligen Eigentümern der Warenhaus-Immobilien, bei denen es um die Gestaltung der Miete, aber auch um bauliche Erneuerungsmaßnahmen geht. Zwar gebe es laut Kaufhof-Chef Müllenbach noch keine abschließende Liste, welche Standorte erhalten bleiben, sagte Wagner. Diese soll dem Vernehmen nach Ende Januar vorliegen. Doch könne die Stadtverwaltung die Bemühungen um den Erhalt des Standortes unterstützen, indem sie eventuell nötige Umbaumaßnahmen in dem Gebäude konstruktiv begleite und zügig bearbeite, warb der CDU-Politiker.
Wagner und Steiniger zeigten sich „grundsätzlich optimistisch“, was die Zukunft der letzten Pfälzer Kaufhof-Filiale angeht. Die Gesprächsatmosphäre mit der Galeria-Führung sei „positiv“ gewesen: „Aus unserer Sicht wird die Relevanz von Speyer gesehen.“ In der Vergangenheit galt das Warenhaus in der Maximilianstraße mit seinen rund 6800 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 60 Beschäftigten stets als vergleichsweise klein, jedoch profitabel. Auf verschiedenen Listen mit Standorten des insolventen Warenhaus-Konzerns, die geschlossen werden könnten, tauchte sie wohl auch daher nicht auf – im Gegensatz zu den einstigen Niederlassungen in Ludwigshafen und Landau. Erstere wurde zum Verwaltungssitz der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) umgebaut, Letztere wurde abgerissen.

