Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Invasive Ameisenart Tapinoma magnum: Verdacht an mehreren Stellen

So sieht die große Drüsenameise aus.
So sieht die große Drüsenameise aus.

Die Ameisenart Tapinoma magnum scheint in Speyer angekommen zu sein. Bei der Stadtverwaltung sind mehrere Hinweise eingegangen. Wie geht sie damit um?

Der Geruch lässt einen Verdacht aufkommen. Wer eine der vielen Ameisen zerdrückt, die sich auf dem Gehweg im Rosensteiner Hang tummeln, dem steigt eine zitronige, leicht säurige Note in die Nase. Wie ranzige Butter soll sie riechen, die große Drüsenameise Tapinoma magnum, die besonders in der Südpfalz für Probleme sorgt und beispielsweise Gehwege oder Straßen unterhöhlen kann. Nun sieht es so aus, als scheinen die Tiere auch in Speyer aufgetaucht zu sein.

„Wir hatten eigentlich schon immer Ameisen im Garten“, erzählen einige Anwohner aus dem Oberkämmerer. Die heimischen Arten störte sie auch nicht. Im vergangenen Jahr merkten sie allerdings, dass etwas anders sein könnte. Teilweise seien die Ameisen da schon in Häuser bis zu Vorratskammern vorgedrungen. „Erst dann macht es mir etwas aus“, sagt Anwohnerin Nicole Polzin. Die Nachbarn tauschten sich aus und stellten fest: Viele von ihnen haben die Ameisen bei sich beobachtet und den Verdacht, dass es sich um Tapinoma Magnum handeln könnte. Vermutungen gebe es im Rosensteiner Hang, aus der Maxburgstraße, Rietburgstraße und Ebernburgstraße. „Weiter reicht unser Kontakt nicht“, erzählt sie.

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Keine Hinweise auf Schäden

Neben Meldungen aus dem Oberkämmerer haben die Stadt nach Angaben einer Sprecherin weitere Hinweise aus potenziell betroffenen Bereichen wie etwa vom Spielplatz Krokusweg erreicht. Sie seien jedoch alle noch nicht verifiziert. Der Kommunale Vollzugsdienst werde die Lage vor Ort überprüfen. „Sollte sich hierbei weiterer Handlungsbedarf ergeben, wird eine Schädlingsbekämpfungsfirma hinzugezogen, um eine gesicherte Identifikation der Ameisenart vorzunehmen“, erklärt die Sprecherin. Bestätigt sei eine Meldung auf einem Grundstück in Speyer-Nord.

Tapinoma magnum gilt als biologisch invasive Ameisenart. EU-rechtlich ist sie bislang nicht gelistet, das Bundesamt für Naturschutz stuft die Insekten aber als „potenziell invasive Art“ ein. Die Tiere bilden sogenannte Superkolonien mit Millionen von Arbeiterinnen und hunderten Königinnen. Sie können Straßen und Gehwege unterhöhlen oder sich in technische Infrastruktur einnisten und so große Schäden anrichten. Ganz so schlimm wie in einigen südpfälzischen Kommunen scheint der Befall in Speyer allerdings noch nicht zu sein. Der Stadtverwaltung lägen aktuell „keine Hinweise auf durch diese Art verursachte Schäden im öffentlichen Raum vor“, wie die Sprecherin auf Anfrage erklärt. Ein flächendeckender Einsatz von Bekämpfungsmitteln auf öffentlichen Gehwegen sei daher derzeit nicht geplant. Die Verwaltung nehme alle Hinweise ernst und prüfe diese, „um gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen einzuleiten“. Grundsätzlich erfordere dieBekämpfung von Tapinoma magnum ein koordiniertes Vorgehen aller betroffenen Grundstückseigentümer. Das sei die nachhaltigste Lösung.

Die Nachbarn im Oberkämmerer haben sich schon Kieselgur besorgt, das Schädlingsbekämpfer zur Eindämmung der Ameisen empfehlen. Die pulverisierten Schalen abgestorbener Kieselalgen trocknen den Körper der Ameisen. Auch andere Hausmittel wie Lavendel oder Zitrone hätten die Anwohner auf ihren Grundstücken ausprobiert – bisher allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Sie wissen, dass es Experten zufolge ohnehin fast unmöglich sein dürfte, die Ameisenart wieder loszuwerden und hoffen, dass die Stadt ähnlich wie Landau doch noch in die Bekämpfung auf öffentlichen Wegen einsteigt. Zudem wollen sie ihre Speyerer Mitbürger sensibilisieren, genau hinzuschauen, was in ihren Vorgärten und auf Gehwegen kriecht: „Wenn wir nicht gemeinsam dagegen arbeiten, hat es wenig Sinn.“

Sandhügel: Anzeichen auf Tapinoma Magnum im Oberkämmerer.
Sandhügel: Anzeichen auf Tapinoma Magnum im Oberkämmerer.
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