Landau Stadt geht mit Pulver gegen Superameisen vor
Zur Eindämmung von Tapinoma magnum in Landau wird die Stadt auf stark von der Ameisenplage betroffenen öffentlichen Flächen Kieselgur ausbringen. Das hat die Verwaltung am Mittwoch mitgeteilt. Bei Kieselgur handelt es sich um ein Pulver aus abgestorbenen Algen, die sich auf Steinen gebildet hatten. Deshalb ist das biologische Schädlingsbekämpfungsmittel unter anderem auch als Gesteinsmehl bekannt. Kieselgur greift den Panzer von Ameisen an, der sie vor dem Austrocknen schützt. Das Insekt verendet dadurch. „Für Menschen und Haustiere ist Kieselgur bei Kontakt unbedenklich, es sollte jedoch beim Auftragen nicht eingeatmet werden“, so die Stadt.
Mit dem Ausbringen des Mittels will die Stadt in der kommenden Woche beginnen. Denn es muss trocken sein, damit Kieselgur ausgebracht werden kann, wie aus der Mitteilung hervorgeht. „Daher hängt der Zeitplan von den Witterungsbedingungen ab und wird regelmäßig angepasst. Eine Ausbringung in der laufenden Woche – wie ursprünglich geplant – ist aufgrund des regnerischen Wetters nicht sinnvoll“, teilt die Stadt mit. Mit der Kieselgur-Behandlung soll in den Ameisen-Hotspots begonnen werden, also in Godramstein, Arzheim und Mörzheim. Weitere Gebiete sollen folgen. Denn Vorkommen von Tapinoma magnum wurden auch in Landau-Südwest, -Süd und -Nord bestätigt. Der Befall mit Tapinoma magnum kann für Bürger zur Belastung werden, körperlich wie mental. Die Insekten verursachen durch ihre Bisse Hautrötungen und sind nur schwer aufzuhalten. Die Ameisen fressen sich teilweise durch Hausdämmungen.
Die Stadt bittet nun Anwohner, sich in der kommenden Woche auf ihren angrenzenden privaten Flächen mit Eindämmungsmaßnahmen zu beteiligen. Dafür werden Heißwasser oder Kieselgur empfohlen. Kieselgur ist in vielen Garten- und Baumärkten, im Tierbedarfshandel und online erhältlich. Beim Ausbringen sollte eine Schutzausrüstung, bestehend aus Atemschutz, Sicherheitsbrille und Handschuhen, getragen werden, um das Einatmen des Pulvers zu vermeiden, betont die Stadt. Nach dem Ausbringen bleibt der Staub bei trockener Witterung am Boden. Die Stadt darf eigenen Angaben zufolge rechtlich gesehen nicht auf Privatflächen tätig werden, der Einsatz liegt in der Verantwortung der Grundstückseigentümer.
Info
Weitere Informationen rund um das Thema Tapinoma magnum in Landau finden sich auf der städtischen Beteiligungsplattform unter www.mitredeninld.de.