Speyer „Ich kann dicke Bretter bohren“

An ihrem Lieblingsplatz – zu Hause in Schwegenheim: Stella Tremel. Dort fühlt sie sich mit ihrer Familie „sauwohl“.
An ihrem Lieblingsplatz – zu Hause in Schwegenheim: Stella Tremel. Dort fühlt sie sich mit ihrer Familie »sauwohl«.

Dass in der Verbandsgemeinde (VG) „vieles gut läuft, alles funktioniert“, räumt Tremel ein. Aber sie sagt auch klar: „Die VG kann mehr! Wir können mehr – und das weiß ich auch! Das kommt aus meiner innersten Überzeugung! Das ist mein Antrieb!“ Als positive Beispiele nennt sie Rülzheim und Jockgrim. Potenziale will sie auch in der VG Lingenfeld nutzen, diese „zur Innovations-VG machen“. Dazu gehört für sie eine gute, durchdachte Infrastruktur – auch, um für Firmen attraktiv zu sein. Ein Schwerpunkt: Mobilität für alle Generationen, ein besser vernetzter öffentlicher Personennahverkehr, „ein gesamtheitliches System“ mit Reaktivierung der Bahnstrecke nach Landau, ergänzt durch Ruf-Taxis. Tremel: „Man muss dazu kein Rad neu erfinden, nur schauen, was gibt es, was passt, was ist möglich.“ Wichtig ist ihr, alle Ortsgemeinden einzubeziehen, gemeinsam zu handeln. Ebenfalls wichtig: die Infrastruktur für E-Mobilität zu schaffen. „Ich bin überzeugt, dass ich nicht für alles zuständig sein muss, um Dinge zu verbessern“, stellt sie klar. Die 41-Jährige will die Kinderbetreuung und lebenslanges Wohnen zu Hause optimieren, „Strukturen aufbrechen“, auf Bedarfe eingehen. Beispiel: Nachtbetreuung. „Wir dürfen uns nicht auf Vorhandenem ausruhen!“, sagt sie. Engagieren will sich Tremel für Nachhaltigkeit, „einen wertschätzenden Umgang mit der Umwelt“: Auch künftig will sie mit ihren beiden Kindern „in den schönen Wald gehen“ können. Damit das so bleibt, fordert sie „einen ganzheitlichen Ansatz“, einen Austausch aller Betroffenen. Tremel will „mehr Bürgerbeteiligung, wissen, was gewollt, was gebraucht wird – und das transparent bewerten“: „Über Anregungen bin ich immer dankbar“, betont sie. Weiß aber: „Gewisse Dinge gehen auch nicht. Das ist nicht schlimm. Man muss es nur sagen und begründen.“ Klar ist für sie ebenso, dass für Projekte, die der Gemeinschaft etwas bringen, Geld in die Hand zu nehmen ist: „Es ist nicht schlimm, dafür einen Kredit aufzunehmen. Das muss es uns wert sein.“ Politisch hat sich Tremel, die in ihrer Freizeit Zirkeltraining macht und gerne mit Familie und Freunden zusammen ist, „in zweiter Reihe gesehen“. Aber für sie stand auch fest: „Die CDU muss was tun!“ Das Interesse zu kandidieren, hat sie deshalb „selbst formuliert“ – und sich über die Zustimmung gefreut: „Mir geht’s nicht um mich, sondern um Sachpolitik, fraktionsübergreifende Arbeit.“ Nach vielen positiven Bürgergesprächen betont sie: „Das war die richtige Entscheidung. Ich will es nicht missen.“ Jung, Frau, Mutter – und Bürgermeisterin, geht das? Ja, ist sich Tremel sicher. Für das Amt sieht sich die Offizierstochter, die in Altenerding (Bayern) zur Welt, mit sechs Jahren nach Zwischenstationen in Ulmen (Eifel) und Karlsruhe mit ihren Eltern nach Germersheim kam, 2009 „der Liebe wegen“ nach Schwegenheim zog und verheiratet ist, im Falle ihrer Wahl gut gerüstet. Bei der Stadtverwaltung Germersheim ließ sie sich zur Verwaltungsfachangestellten ausbilden und studierte dann Verwaltungsbetriebswirtschaft an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen. Beim Jobcenter des Kreises Germersheim ist sie für die Arbeitsvermittlung zuständig. Seit rund 20 Jahren engagiert sie sich politisch. Sie ist stellvertretende Kreisvorsitzende, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindeverbands Lingenfeld und CDU-Ortsverbandsvorsitzende in Schwegenheim. Zudem gehört sie dem Schwegenheimer Rat an. Und ist Mitglied in Ausschüssen der VG, des Kreises und des Bezirksverbands Pfalz. Was sie für das Amt prädestiniert? „Ich habe einen Mund, kann dicke Bretter bohren. Ich bin offen, strukturiert, ehrlich, direkt, aber wertschätzend. Und mir sagt man nach, dass ich deeskalierend bin.“

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