Speyer
Großbaustellen: Landauer Straße „geht in die Knie“ und vier Monate Arbeiten auf der B9
Die Landauer Straße ist eine wichtige innerstädtische Verkehrsader zwischen Speyerer Süden und Innenstadt. Entsprechend belastet ist die Straße. „Ganz schwieriges Thema. Sie geht zusehens in die Knie“, sagte der städtische Tiefbauamtsleiter Florian Benner im Bauausschuss. Massive Schäden auf der Straße habe die Stadt eigentlich schon im Sommer flicken wollen. Wegen der Bauarbeiten in der angrenzenden Schwerdstraße habe das bisher nicht geklappt.
Ende kommenden Jahres soll sich das ändern: Zunächst starten die Entsorgungsbetriebe (EBS) und die Stadtwerke Speyer (SWS) mit Leitungsarbeiten. „Die EBS werden in der Landauer Straße, von Höhe Karolinger- bis Bismarckstraße, einen neuen Kanal bauen, um in diesem Gebiet hydraulische Engpässe zu beseitigen“, teilt Sprecherin Angela Sachweh mit.
Bauende 2028?
Begonnen werden soll mit denkmalrechtlichen Untersuchungen und einer Inspektion des Bodens bereits im ersten Quartal 2026 – wenn Fernwärmearbeiten in Gilgen- und Bartholomäus-Weltz-Straße abgeschlossen sind. Die Bauarbeiten in der Landauer Straße sollen dann Ende des Jahres 2026 oder Anfang 2027 starten. Die Stadt wolle die Situation nutzen und die Straße erneuern, so Benner. Die Landauer Straße sei „so nicht mehr zu halten“. Geplant ist demnach laut Sachweh eine Erneuerung von der Gedächtniskirche bis zur Karolingerstraße. Je nach Aufwand der einzelnen Gewerke könne die Baustelle 2027 oder 2028 abgeschlossen sein, so Benner.
Es ist wohl das größte, aber bei Weitem nicht das einzige Projekt, das städtischer Tiefbau, EBS und SWS vorantreiben. Auf RHEINPFALZ-Anfrage aufgelistet sind zahlreiche Stellen, an denen sich im kommenden Jahr etwas tun soll (siehe Zur Sache). Vollständig ist auch diese Liste nicht. Zudem könnten sich die Pläne witterungsbedingt oder durch „nicht vorhersehbare Baustellenprobleme“ verschieben. Geplant seien teilweise „sehr umfangreiche und mehrere Sparten verbindende Baustellen, die der Sicherheit und Zukunftsfähigkeit der Stadt Speyer dienen“, so Sachweh.
Fernwärmeausbau geht weiter
Die SWS planen, die Südachse ihrer Fernwärme über Hilgard-, St.- German-, Lindenstraße, Seilerbahn und Rheinhäuser Straße weiter auszubauen. „Sollten weitere Grundstückseigentümer ein Interesse an der Fernwärme bekunden, können von der Trasse seitlich abzweigende Straßen mit erschlossen werden“, erläutert Sachweh. Derzeit werde zudem geprüft, ob die EBS in der Seilerbahn und Am Germansberg eine Abwasserdruckleitung mitverlegen können.
Die weiteren Pläne reichen vom neuen Glasfasernetz im Oberkämmerer, das ab Sommer 2026 verlegt werden soll, über neue akustische Signale für Sehbehinderte an den Ampelübergängen Bahnhofstraße/Obere Langgasse und Dudenhofer Straße/Freiherr-vom-Stein-Straße, bis hin zum Ausbau eines Wirtschaftswegs am Thomashof.
Die Landauer Straße ist nicht die einzige Baustelle, bei der sich der städtische Tiefbau an Leitungsarbeiten von SWS und EBS anschließt. So sollen im zweiten Halbjahr 2026 in Stübergasse und Halbem Dach neue Versorgungsleitungen gelegt werden. Danach plant die Stadt dort einen neuen Straßenaufbau. Synergien sollen nach Leitungsarbeiten zudem zum Beispiel in Christoph-Lehmann-Straße, Bismarckstraße, Lindenstraße, Friedensstraße oder Salierstraße genutzt werden.
Vier Monate B9-Baustelle
Genauer terminiert sind die einzelnen Baustellen im Stadtgebiet noch nicht. Ein wenig anders sieht das auf den Bundesstraßen aus. Nachdem der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) in diesem Jahr die B39 grundlegend sanieren ließ, richtet sich der Fokus 2026 auf die B9. Laut LBM ist geplant, die Fahrbahn in südlicher Richtung zwischen den Anschlussstellen Speyer-West und Römerberg/Dudenhofen zu erneuern. Das Projekt soll rund vier Monate dauern. Den Beginn setzt der LBM im Mai an – wobei noch Abstimmungen mit der Autobahn GmbH anstünden. Womöglich verschiebe sich das rund 1,6 Millionen Euro teure Projekt auch auf den Beginn der Sommerferien. In jedem Fall solle der Verkehr während der Bauarbeiten auf eine Spur der Gegenfahrbahn geleitet werden. Damit stünde dann in jede Richtung eine Fahrbahn zur Verfügung.
Auch auf der B39 soll gebaut werden: Voraussichtlich bereits ab Mitte Januar beginnen Arbeiten an der Lärmschutzwand bei Dudenhofen. „Die Lärmschutzwand wird zurückgebaut, die Träger werden saniert und anschließend die neuen Lärmschutzelemente in gleicher Höhe wieder eingebaut“, teilt eine LBM-Sprecherin mit. 2,4 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten und rund vier Monate dauern. In dieser Zeit werde der Verkehr in Richtung Speyer ab Dudenhofen-West durch den Ort über die K15 und L537 geführt. In Richtung Neustadt könne mit reduzierter Geschwindigkeit auf der B39-Umgehung gefahren werden. Zu beiden Projekten will der LBM rechtzeitig vor Baubeginn noch ausführlich informieren.
Während also im Stadtgebiet und den Bundesstraßen die Bagger anrollen, sind auf der A61 bei Speyer im kommenden Jahr laut Autobahn GmbH keine größeren Baustellen angesetzt. Der Ausbau der Autobahn zwischen Baden-Württemberg und dem Autobahnkreuz Frankenthal ist zwar schon länger geplant, lässt aber noch auf sich warten.
Zur Sache
Stadt, Stadtwerke und Entsorgungsbetriebe planen im kommenden Jahr noch weitere Baustellen:
(Alte) Rheinhäuser Straße: Ausbau eines Teilstücks bis zur Einmündung Kirschweg, damit das geplante Jugendcafé Süd sicher erreicht werden kann.
Bismarckstraße, Christoph-Lehmann-Straße: Leitungsarbeiten und Straßenausbau.
Feuerwache Nord und Bademaxx: Barrierefreier Ausbau von Bushaltestellen.
Fliederweg: Neue Stromleitung.
Ginsterweg, Hilgardstraße, Hasenstraße: Ausbau von Gehwegteilstücken.
Industriestraße: Das Gewerbegebiet „Parkstadt am Rhein“ wird über eine zusätzliche Stromleitung mit dem Umspannwerk Süd verbunden.
Kreuzung Theodor-Heuss- und Josef-Schmitt-Straße: Ausbau der Gehwege.
Mittelkämmerer- und Allerheiligenstraße: Erneuerung von Abwasserhausanschlussleitungen.
Parkplatz Naturfreunde: Befestigung einer Fläche für die Brandsicherheitswache der Feuerwehr beim Brezelfest.
Rheinhäuser Weide: Ausbau im Bereich eines geplanten neuen Gebäudes der Feuerwehr.
Salier- und Friedensstraße: Abwasserhausanschlüsse, Gas-, Wasser- und Stromleitungen werden erneuert und ergänzt.
Spaldinger Straße: Neuer Kanal im Bereich des Wohngebiets „Westlich der Spaldinger Straße“. Verlauf vom Kastanienweg bis Höhe Eschenweg. Baubeginn Ende 2026/Anfang 2027.
Wormser Straße: Von der Einmündung Gutenbergstraße bis Hausnummer 44 werden Fernwärmeanschlüsse und eine Stromleitung verlegt.