Speyer
Frühere Zionskirche soll vermietet werden
Viel Wehmut schwang mit, als sich die Speyerer Methodisten im Januar 2025 nach mehr als 130 Jahren aus ihrer Zionskirche in der Hagedornsgasse verabschiedeten. Es war der letzte Gottesdienst der nach Austritten zu klein gewordenen Gemeinde. Einige frühere Mitglieder arbeiten ohne Bindung an die EMK in einem sogenannten Hauskreis in Speyer weiter. Andere sind zu den nächstgelegenen EMK-Einheiten in Neustadt und Kandel gewechselt.
Der Neustadter Pastor Joachim Ruch ist jetzt auch in der Verantwortung für das Speyerer Gebäude. Nachdem zunächst von einem Kaufangebot für die Zionskirche die Rede war, habe sich die Gemeinde inzwischen „entschieden, nicht zu verkaufen“, berichtet er auf Anfrage. Ein Haßlocher Makler sei mit der Vermietung beauftragt. Es gebe Interessenten, aber noch keinen Zuschlag. Neue Nutzer würden nur für die früheren Kirchenräume gesucht. Die beiden Wohnungen in den Obergeschossen sollten ihre langjährigen Mieter behalten.
Historische Bedeutung
Das äußere Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes – von 1887 bis 1892 unter dem bekannten Architekten Heinrich Jester errichtet – solle wegen seiner historischen Bedeutung nicht verändert werden, so Ruch. Für das Innere werde eine gewerbliche Nutzung bevorzugt. Wenn Wände eingezogen würden, könnte sich der Bereich für Büros etwa einer Kanzlei oder einer Beratungseinrichtung eignen. „Er soll umfunktioniert werden“, so der Pastor. Eine andere kirchliche Nutzung habe sich nicht abgezeichnet.
Die zuletzt 16 Mitglieder umfassende Speyerer EMK-Gemeinde war in der Zionskirche bis Ende 2024 alle 14 Tage zu Gottesdiensten und im selben Rhythmus zu Gebetsraum-Abenden zusammengekommen. Zum Aus hatte dann auch ein schon länger schwelender Richtungsstreit beigetragen, in dem es unter anderem die Haltung der Kirche zur Homosexualität ging. Ein Großteil des Speyerer Gemeindevorstands war deshalb ausgetreten.