Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel EU-Note für Badegewässer: Mehr Verwirrung als Klarheit

Rein ins Nass: Auch vom Campingareal auf dem Thomashof können Badegäste in den Steinhäuserwühlsee springen.
Rein ins Nass: Auch vom Campingareal auf dem Thomashof können Badegäste in den Steinhäuserwühlsee springen.

Für die EU ist die Wasserqualität im Steinhäuserwühlsee mäßig, für die örtlichen Behörden ist sie top. Das passt nicht zusammen.

In Speyer gibt es jede Menge Wasserfläche für Badelustige. Aber niemand will durchs Planschen krank werden. Darum sind Wasseranalysen notwendig, um die Bevölkerung rechtzeitig vor Gesundheitsgefahren zu warnen. Fragwürdig wird ihr Nutzen jedoch, wenn der Eindruck entsteht, als spiegelten veraltete Daten den gegenwärtigen Gewässerzustand wider. Die Wasserqualität im Steinhäuserwühlsee auf der Basis von Werten aus dem Jahr 2025 als „ausreichend“ einzustufen, während die Messungen aus diesem Jahr hingegen „ausgezeichnete“ Werte ergeben, verwirrt und verunsichert. Lange Messreihen sind sinnvoll, um langfristige Veränderungen erkennen zu können oder Muster, die sich wiederholen könnten. Als Quelle aktueller Verlautbarungen taugen sie nicht. Badende haben jedenfalls nichts davon, wenn sie wissen, dass sie im Vorjahr womöglich in einer trüben Brühe getrieben haben, wenn sie doch heute, morgen, nächste Woche an den See gehen wollen – und die Situation längst wieder eine andere ist.

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