Speyer
Erdölförderung: Nichts mehr soll an erstes Bohrloch erinnern
Das Konsortium aus Neptune Energy und Palatina Geocon beginnt nach eigener Mitteilung in dieser Woche mit der Verfüllung der Erdölbohrung „Römerberg 0“. Sie ist nicht auf den beiden heutigen Betriebsplätzen in der Siemensstraße und Franz-Kirrmeier-Straße angesiedelt, sondern in der Nikolaus-von-Weis-Straße. Es handelt sich um den Rückbau der nicht mehr genutzten Bohrung, die 2003 den Beginn der Erdölförderung in Speyer markiert hatte. Sie war ursprünglich als Aufsuchungsbohrung für Erdwärme niedergebracht worden und hatte dann als überraschendes Ergebnis ein Erdöl-Reservoir in rund 2350 Meter Tiefe ergeben.
Dessen Förderung läuft seit 2008 auf zwei sogenannten Clusterplätzen im Randgebiet von Speyer. Die stillgelegte Bohrung auf dem Gelände des früheren Heizwerks im Westen der Stadt könne hingegen zurückgebaut werden: „Unsere Fachleute haben über einen längeren Zeitraum geprüft, ob sich die Römerberg 0 noch für andere Zwecke nutzen lässt“, erläutert Horst Prei, Leiter der Produktion in Speyer. Dies sei jedoch nicht der Fall. Deshalb würden zunächst die in der Bohrung verbliebenen Rohre ausgebaut. Anschließend verschließe das Projektteam das Bohrloch dauerhaft mit speziellen Zementen und mechanischen Barrieren. Die Winde für die Verfüllung sollte am Dienstag angeliefert werden.
Information angekündigt
Laut Neptune wurden die Arbeiten so konzipiert, dass keine Flüssigkeiten oder Gase aus der Lagerstätte austreten können. Das Unternehmen habe darin große Erfahrung. Projektleiterin Mariana Kohn betont, dass auch eine transparente Information der Anwohner im Vordergrund stehe. So würden Flugblätter im Umfeld verteilt und Hinweisschilder aufgestellt. Während der Bauphase könne es zeitweise zu erhöhtem Lkw-Verkehr und zu Geräuschen sowie vermehrter Lichteinwirkung kommen. Diese bewegten sich im Rahmen üblicher Bautätigkeiten.
Das Rückbauprojekt ist demnach in mehrere Phasen gegliedert. Die Verfüllung werde rund vier Wochen lang dauern. „Zeitweise wird hierbei aus technischen Gründen 24 Stunden an sieben Tagen die Woche gearbeitet werden“, so das Konsortium. Die Rede ist von bis zu 20 Nächten mit maximal 45 Dezibel, was einer leisen Unterhaltung entspreche. Anschließend baue das Team innerhalb von etwa drei Monaten den Bohrplatz und den bestehenden Bohrkeller vollständig zurück. Ende 2026 solle alles fertig sein und vor Ort nichts mehr an die frühere Nutzung erinnern.