Speyer / Rhein-Pfalz-Kreis
„Ein Funken Hoffnung“: Weihnachtlich geschmückte Traktoren unterwegs
Mit gut einer Stunde Verspätung kam der Lichterglanz von mehr als 100 Traktoren am Samstagabend in der Innenstadt an. Dort hatten sich frühzeitig eine Vielzahl Menschen eingefunden, die den gewaltigen Tross begutachten wollten. Entlang der insgesamt 26 Kilometer langen Wegstrecke hatten sich zahlreiche Familien mit Kindern platziert.
Aus Speyer, dem Rhein-Pfalz-Kreis sowie aus den Kreisen Germersheim und Südliche Weinstraße und sogar von jenseits des Rheins waren Landwirte am Ausgangspunkt Schulzentrum Schifferstadt zusammengekommen und bildeten einen nach Angaben der Polizei rund zwei Kilometer langen Konvoi aus 106 Treckern, aber auch anderen landwirtschaftlichen Zugmaschinen. Gegen 16.30 Uhr machten sie sich auf die Reise durch Schifferstadt, Waldsee und Otterstadt gen Speyer, wo sich die Kolonne, bestaunt von vielen Zuschauern, unter anderem durch die Große Himmelsgasse schlängelte. Glanzpunkt war der Domplatz, den die Hunderterschar passierte und dabei dem mittlerweile aus Energiespargründen dunklen Weltkulturerbe Kaiserdom wieder ein Leuchten schenkte.
Landwirte wollen ein Zeichen setzen
Im Konvoi der Landwirte war auch Theo Beck aus Dudenhofen mit einem Schlepper. „Wir hatten einen Tag Arbeit, bis wir ihn so hergerichtet hatten“, berichtete er auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Abgesehen vom Dekorieren mit gut 20 Metern Lichterkabeln musste der Traktor zuvor gesäubert werden. „Der halbe Acker hing dran“, sagte Beck lachend. Die Arbeit hat er gerne auf sich genommen: „Es macht Spaß, dabei zu sein.“
Dabei ging es ihm zum einen um das Leuchten, das er in den Kinderaugen am Wegrand sehen konnte, zum anderen aber auch um das Signal, das die vereinigten Landwirte entsenden wollten. „Wir wollen zeigen, dass wir etwas für die Gesellschaft tun, dass wir da sind, um die Menschen mit Waren zu versorgen“, betonte Beck. Das verband er mit der Hoffnung, die Leute zu animieren, wieder mehr auf Regionalität beim Einkauf zu achten.
Für mehr Mit- statt Gegeneinander
Mitorganisator Sebastian Fischer vom Speyerer Thomashof hatte im Vorfeld der diesjährigen Traktoren-Rundfahrt auf die bedrohte Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe hingewiesen, deren Produktionskosten sich stetig erhöhten, ohne dabei auskömmliche Preise erzielen zu können. Abgesehen von Nikoläusen, hölzernen Rentieren, blinkenden Tannenbäumen und sogar einem riesigen Schlitten auf einem Anhänger fielen daher den Umstehenden auch deutliche Botschaften ins Auge. „Gegen Bauernbashing – Für Dialog“ hieß es beispielsweise, oder „Neustart beim Insektenschutz“.
Die „Ein Funken Hoffnung“-Fahrt diente auch diesmal wieder einem guten Zweck. Die Landwirte sammelten Spenden für die Lebenshilfe Germersheim und für das Speyerer Diakonissenkrankenhaus. Dort soll im Kreißsaal eine Spielecke für Geschwisterkinder entstehen.
Spendenkonto
Iban: DE51 5486 2500 0000 0505 20, BIC: GENODE61SUW bei VR Bank Südpfalz eG, Stichwort: „Ein Funken Hoffnung Tour 2022“