Waldsee
Ehrenamt in Sorge: Kleiderkammer verliert Räume im ehemaligen Wasgau
Als die Kleiderkammer der Verbandsgemeinde (VG) Rheinauen vor zehn Jahren in die Räume des ehemaligen Wasgau-Markts in Waldsee einzog, war klar: Das ist ein Provisorium. Eigentlich war die Fläche für eine Arztpraxis vorgesehen. Doch in den vergangenen zehn Jahren tat sich nichts in dieser Richtung.
Ehrenamtliche kritisieren Informationspolitik
Rund 15 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer machten die Kleiderkammer zu einer festen, gut genutzten Institution. Jeder darf dort einkaufen, nicht nur Bürger der Verbandsgemeinde, eine Bedürftigkeit muss nicht nachgewiesen werden. Spenden von Kleidern und Haushaltswaren bekam das Team reichlich. „Es war uns klar, dass die Räume der Kleiderkammer für eine Arztpraxis vorgehalten wurden“, sagt Doris Jungkind, eine der ehrenamtlich Engagierten. „Aber wir ärgern uns, dass wir aus der Zeitung erfahren haben, dass wir ausziehen müssen und möchten wissen, wie es weitergeht.“
Zusammen mit gut der Hälfte der Ehrenamtlichen aus der Kleiderkammer ist sie in die Sitzung des Sozialausschusses der VG Rheinauen gekommen. Viel Neues haben die Zuhörer dort allerdings nicht erfahren. Wie berichtet möchte die Neuhofener Hausarztpraxis Dr. Silke Rehbein-Weber/Dr. Konstantin Kiritsis die Praxisräume langfristig mieten. Ende dieses Jahres muss die Kleiderkammer ausziehen, dann soll der Umbau beginnen.
Fortbestand hängt von Standortsuche ab
„Wir wollen mit der Kleiderkammer weitermachen und wir lassen die handelnden Personen nicht allein“, sagte Toni Krüger, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Rheinauen. „Wir müssen uns Mietobjekte angucken, es werden Kosten entstehen, aber wir werden es in Angriff nehmen“, versprach er. Es gebe Ideen, aber keine konkreten Pläne. Weitere Vorschläge seien willkommen. Gesucht werden große Räume in Waldsee, Neuhofen oder Otterstadt. Krüger machte aber auch klar: „Wenn wir keine Räumlichkeiten haben, haben wir auch keine Kleiderkammer.“ Nun soll es so lange weitergehen, wie möglich. Nach jetzigem Stand können voraussichtlich bis zu den Sommerferien noch Spenden angenommen werden.