Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Domgarten: Pilz macht beliebter Blutbuche den Garaus

Muss weichen: Rotbuche an der „Spinne“ im Domgarten.
Muss weichen: Rotbuche an der »Spinne« im Domgarten.

Neben der Blutbuche an der Minigolfanlage muss eine weitere fallen: der markante Baum, der an der Spielanlage „Spinne“ steht. Auf anderen Grünflächen wird ebenfalls gesägt.

Im Herbst 2024 hatte die Stadt noch gehofft, die Rotbuche an der Spinnen-Skulptur mit Stahlseilen, Erdankern oder Betonfundamenten retten zu können. Inzwischen kommt die Verwaltung zu einem anderen Urteil: Der Baum ist laut Fachbereichsleiter Robin Nolasco nicht mehr standsicher. Die Schädlinge Brandkrustenpilz und Lackporling hätten seinem Holz zu stark zugesetzt, wie weitere Tests ergeben hätten. „Wir können es nicht mehr verantworten“, so Nolasco. Noch im Februar oder Anfang März solle die Säge angesetzt werden. Als Ersatz solle ein großer neuer Baum gepflanzt werden, der mit 60 bis 70 Zentimeter Stammumfang, fünf Meter Kronendurchmesser und zehn Meter Höhe für 16.000 Euro zu haben wäre.

Mit der Verkehrssicherungspflicht begründet die Stadt auch Rückschnitt- und Fällarbeiten im Bereich Raiffeisenstraße und Anton-Nickel-Weg. Aufgrund eines Pilzbefalls habe dort bei Bäumen und Feldgehölzen eine erhöhte Bruchgefahr bestanden, teilt Stadtsprecherin Annika Roth auf Anfrage mit. Betroffen waren demnach Weiden und Haselsträucher, die „direkt an Wegeverbindungen zu Senioren- und Betreuungseinrichtungen sowie zu mehreren Sportstätten“ standen. „Zur dauerhaften Stabilisierung“ würden zudem „die innerhalb der Grünfläche liegenden Bäume und Sträucher sukzessive auf den Stock gesetzt sowie abschnittsweise in Teilbereichen ersetzt“.

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Krankheiten setzen Bäumen zu

Krank waren nach Darstellung der Verwaltung überdies Akazien, die am Woogbach hätten gefällt werden müssen, um möglichen Gefahren vorzubeugen. Am Stammfuß der Bäume habe sich der Hallimasch breitgemacht, ein Erreger der Weißfäule, der die Standsicherheit von Bäumen stark beeinträchtigt, begründet Roth die Notwendigkeit der Fällungen der bereits nicht mehr vitalen Bäume. Hier sollen Holländische Ulmen nachgepflanzt werden, die sich bereits im unteren Woogbachpark erfolgreich etabliert hätten.

Weichen musste aus Sicherheitsgründen eine Rosskastanie am Eselsdamm. Bei dieser hätten sich im Kronenbereich die Pilzfruchtkörper vom Zunderschwamm gezeigt. Dieser Parasit verursache eine intensive Weißfäule, „durch die die Bruchsicherheit erheblich beeinträchtigt wird“, erläutert Roth. Hier werde wieder eine Rosskastanie gepflanzt. Auch mehrere wohl über 100 Jahre alte Pappeln im Woogbachtal nahe der Theodor-Heuss-Straße sind vom Zunderschwamm befallen und müssen nach und nach gefällt werden, weil sie direkt am stark frequentierten Fuß- und Radweg stehen. Als Ersatz sind hier Pappeln oder Schwarzpappeln im Gespräch.

Neben dem teilweise hohen Alter vieler Bäume gilt der zunehmende Stress durch die klimatischen Veränderungen als wesentlicher Faktor dafür, dass viele der rund 27.600 Stadtbäume am Ende ihrer Lebenszeit angelangt sind. Hitze, Trockenheit, Schädlinge und Krankheiten würden den großgewachsenen Pflanzen erheblich zusetzen. Das Stadtgrün hatte daher schon vor geraumer Zeit angekündigt, den Baumbestand in Speyer hin zu besser angepassten Baumarten verändern und bis zum Ende der aktuellen Fällsaison rund 300 Bäume kappen zu müssen.

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