Speyer Woogbach: Uralte Pappel wird gefällt
.„Dieser Verlust tut wirklich weh“, sagt Christian Schwöbel. Der Baumkontrolleur der Abteilung Stadtgrün wirkt angefasst, als er die große Pappel mustert, die mit fünf Artgenossen in einer Reihe direkt am Woogbach steht. Im Hintergrund braust der Verkehr über die Theodor-Heuss-Straße. „Schon mein Großvater kannte diesen Baum“, erzählt Schwöbels Kollege Philipp Frank.
Doch leider sei hier nichts zu retten, bedauern die städtischen Baumpfleger: Der Stamm mit einem Umfang von rund 5,60 Metern sei vom Zunderschwamm befallen. Der aggressive Pilz dringt über Verletzungen der Rinde in seinen Wirtsbaum ein und zersetzt das Kernholz. Die sogenannte Weißfäule raubt der Pflanze nach und nach ihre Standfestigkeit – ein Risiko für Fußgänger und Radfahrer, gerade an einem so häufig genutzten Weg wie jener, der am Woogbach entlangführt. Und weil man die Natur hier nicht ihr Werk verrichten lassen und den Weg einfach sperren kann, bleibt nach den Worten der Baumkontrolleure nur eine Möglichkeit: Die Pappel muss fallen.
Bei dem einen Baum wird es kaum bleiben. Auch die benachbarten Pappeln sind geschwächt, zwei bereits gekappt. Nicht der Klimawandel macht ihnen an dem feuchten Standort den Garaus, sondern das Alter. „Die Exemplare hier erreichen so langsam das Ende ihrer Lebensdauer“, sagt Schwöbel. Damit keine Lücke bleibt, wird nachgepflanzt, vermutlich wieder Pappeln oder Schwarzpappeln, deren Bestand am Rhein als bedroht gilt. Gefällt werden soll der erste Baum nach einer letzten Prüfung auf eventuelle Fledermaushöhlen noch im Februar. Die anderen Pappeln könnten bald folgen, bedauern die städtischen Baumhüter.