Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Die stillen Helden: Francisco Eduardo Donoso Cid ist freiwilliger Feuerwehrmann in Speyer

Ehrenamtlicher Feuerwehrmann Francisco Donoso Cid.
Ehrenamtlicher Feuerwehrmann Francisco Donoso Cid.

Francisco Eduardo Donoso Cid ist bei der freiwilligen Feuerwehr Speyer. Warum er das Ehrenamt ausübt und was er aus Katastrophen gelernt hat, verrät er im Interview.

Herr Donoso Cid, welche Aufgaben übernehmen Sie in Ihrem Ehrenamt?
Als freiwilliger Feuerwehrmann beteilige ich mich an verschiedenen Notfalleinsätzen in der Stadt. Außerdem nehme ich an Trainings, Übungen und Schulungen teil, um mich stets zu verbessern und auf jede Situation oder jeden Notfall vorbereitet zu sein. Diese Aktivitäten ermöglichen es uns nicht nur, auf dem neuesten Stand zu bleiben, was Techniken und Verfahren angeht, sondern stärken auch den Teamgeist, der in unserer Arbeit entscheidend ist.

Was ist das Schwierigste daran?
Sich Situationen zu stellen, in denen Leben in Gefahr sind oder Menschen ums Leben kommen. Jeder Einsatz ist einzigartig und erfordert eine andere Herangehensweise. Es kann auch eine Herausforderung sein, diese Aufgabe mit dem persönlichen und beruflichen Leben in Einklang zu bringen, aber die Berufung, die Unterstützung der Familie und der Teamgeist helfen dabei, dies zu bewältigen. Anfangs hatte ich Zweifel, ob ich hier in Deutschland als freiwilliger Feuerwehrmann arbeiten könnte, vor allem wegen der Sprachbarriere, da ich ja noch Deutsch lerne. Doch es war kein Hindernis. Tatsächlich wurde ich sehr gut aufgenommen.

Warum machen Sie es gerne?
Freiwilliger Feuerwehrmann zu sein, ist eine Möglichkeit, der Gemeinschaft, in der ich lebe, etwas zurückzugeben und denen zu helfen, die in schwierigen Momenten am meisten Unterstützung brauchen. Es motiviert mich zutiefst, einen Unterschied im Leben der Menschen zu machen, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen. Wenn ich helfen kann, tue ich es, denn für mich ist es eine Lebensweise und ein Beitrag zu einer besseren Welt. Darüber hinaus hat diese Tätigkeit es mir ermöglicht, mich hier in Deutschland zu integrieren und Werte wie Einsatzbereitschaft und den Dienst an der Gemeinschaft mit meinen Kollegen zu teilen.

Was war ein prägendes Erlebnis?
In meiner Zeit als freiwilliger Feuerwehrmann in Chile musste ich große Notfälle wie Brände und Naturkatastrophen bewältigen, die mich immer dazu brachten, das Leben mehr zu schätzen und zu verstehen, dass materielle Dinge kommen und gehen, aber die Menschen das Wichtigste sind. Diese Erlebnisse haben mich zutiefst geprägt und meine Berufung gestärkt. Hier in Deutschland war eine Erfahrung, die für mich sehr bedeutsam war, der freundliche Empfang durch meine Kollegen bei der Feuerwehr Speyer. Das hat mir die Überzeugung gegeben, Teil eines Teams zu sein, das sich für das Gemeinwohl engagiert.

Wissen die Menschen Ihren Einsatz zu schätzen?
Auch wenn ich nie nach Anerkennung gestrebt habe, sondern helfe, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, einfach, weil ich es gerne mache, habe ich bemerkt, dass die Menschen in Deutschland, genau wie in Chile, großen Respekt vor der Freiwilligen Feuerwehr haben. Die Gemeinschaft schätzt unsere Arbeit, und auch wenn das nicht der Grund ist, warum ich mich engagiere, tut es gut, zu wissen, dass unser Einsatz wertgeschätzt wird. Für mich ist die größte Belohnung das Gefühl, jemandem in einer schwierigen Situation geholfen zu haben.

Was macht Ihre Aufgaben besonders?
Die Kombination aus Teamarbeit und der Möglichkeit, einen Unterschied im Leben der Menschen zu machen. Jeder Einsatz ist eine einzigartige Herausforderung, die von uns verlangt, das Beste aus uns herauszuholen, und das erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit.

Welchen Tipp würden Sie Interessierten mitgeben?
Mein Rat an diejenigen, die daran interessiert sind, freiwilliger Feuerwehrmann zu werden, ist: Trauen Sie sich! Es ist eine bereichernde Erfahrung, die nicht nur die Möglichkeit bietet, anderen zu helfen, sondern auch persönlich zu wachsen. Es spielt keine Rolle, ob es anfangs Barrieren wie die Sprache oder mangelnde Erfahrung gibt; wichtig ist der Wille zu lernen und einen Beitrag zu leisten.

Zur Person

Francisco Eduardo Donoso Cid (36) ist von Beruf Chemieingenieur. Geboren ist er in Chile und vor etwa drei Jahren mit seiner Ehefrau, die ebenfalls Chilenin ist, nach Speyer gezogen. Er war 15 Jahre freiwilliger Feuerwehrmann in Valparaíso, Chile, und ist seit mehr als einem Jahr bei der Freiwilligen Feuerwehr Speyer. In seiner Freizeit ist er gerne draußen, reist, kocht und lernt weiter Deutsch.

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