Speyer Führung der Feuerwehr sieht Belastungsgrenze überschritten

Feuerwehr: Bislang mehr als 1050 Einsätze in diesem Jahr, viele davon stellten sich alls Fehalarm heraus.
Feuerwehr: Bislang mehr als 1050 Einsätze in diesem Jahr, viele davon stellten sich alls Fehalarm heraus.

Über 1050-mal rückte die Feuerwehr Speyer in diesem Jahr bereits aus. Der Einsatz im Haupt-, aber vor allem im Ehrenamt ist für alle eine Ehrenpflicht. Die soll künftig weniger strapaziert werden, sagte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Peter Eymann zur Jahresabschlussfeier in der Mehrzweckhalle.

Stolz ist Peter Eymann auf eine hochmotivierte Mannschaft, in der zahlreiche Einsatzkräfte als Ausbilder oder Führungskraft zusätzlich gefordert sind. 26 Lehrgänge und Seminare sind im zu Ende gehenden Jahr in Speyer angeboten worden. In diesen sind 254 Teilnehmende geschult worden. Respekt sprach Eymann dafür aus, denn abgesehen von der Organisation basieren die Lehrgänge auf ehrenamtlichem Engagement.

Wie wichtig es ist, eine leistungsfähige Wehr zu haben, hat sich verggangene Woche bei einem Brand in der Lauergasse gezeigt. Dass die Einsatzkräfte – vor allem im Ehrendienst – mittlerweile oft überlastet sind, machte Eymann an Beispielen klar.

Er nannte das Einsatzstichwort „Verkehrsunfall unklar“ und merkte dazu an: „Nur vereinzelt kristallisierte sich vor Ort ein tatsächliches Unfallgeschehen heraus, das einen großangelegten Einsatz der Feuerwehr rechtfertigte.“ So war beispielsweise ein Moped-Fahrer an einer roten Ampel umgefallen oder ein Handy wurde auf dem Autodach vergessen.

Die Konsequenz laut Eymann: „Neben dem Leitungsdienst und dem hauptamtlichen Abmarsch wird künftig nur noch der zuständige Löschzug, aber nicht mehr ein Doppelzug mit der Facheinheit Technik initial alarmiert.“ Veränderungen soll es auch im konkreten Falle der „nicht enden wollenden Alarmierungen in einer Wohnanlage an der Industriestraße“ geben.

Rund 50-mal war die Wehr dieses Jahr dorthin zu den Stichworten „häuslicher Rauchmelder“ oder „Brandmeldeanlage“ ausgerückt. Eine solche gebe es dort allerdings nicht, sondern nur eine durch die Feuerwehr schon in der Bauplanung kritisierte Hausalarmanlage. „Die ist weder geregelt, noch zu uns durchgeschaltet“, erklärte Eymann.

Auslösegrund sei fast immer das Kochen in den kleinen Ein-Zimmer-Apartments oder das böswillige Betätigen von Handdruckmeldern. „Diese immense Belastung ist für das Ehrenamt nicht mehr hinnehmbar und steht in keinem Verhältnis“, unterstrich der BKI. Er ordnete an, bis auf Weiteres bei den besagten Stichworten zunächst nur den hauptamtlichen Abmarsch zu entsenden, der eine schnelle Rückmeldung geben und bei Bedarf unverzüglich weitere Kräfte nachfordern könne. So hofft Eymann, die viel zu große Frequenz an Fehlalarmen eindämmen zu können.

Beim Jahresabschluss gab es auch Grund zum Feiern. Erinnerungen, Beförderungen und Ehrungen standen an. Ausgezeichnet wurden aktive und passive Feuerwehrzugehörige.

Die Geehrten

60 Jahre: Peter Hans Müller; 50 Jahre: Reinhard Müller; 35 Jahre: Christian Stadler, Rolf Gießer; 25 Jahre: Christoph Flörchinger, Sascha Osché, Martin Mühleisen; 15 Jahre: Björn Schuster, Dominik Lopez

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