Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Die stillen Helden: „Etwas zurückgeben zu können, bedeutet mir sehr viel“

Ist beim Wassersportverein als Organisationsleiterin tätig: Ines Lause-Hassel.
Ist beim Wassersportverein als Organisationsleiterin tätig: Ines Lause-Hassel.

Ines Lause-Hassel vom Wassersportverein engagiert sich auch bei „Speyer lernt schwimmen“. Im Interview mit Narin Ugrasaner erzählt sie von ihrer Motivation.

Frau Lause-Hassel, welche Aufgaben übernehmen Sie in Ihrem Ehrenamt?
Als Organisationsleiterin übernehme ich die Planung und Organisation zahlreicher Vereinsaktivitäten. Dazu gehören etwa die Verpflegung bei Veranstaltungen sowie die Organisation von Spiel- und Spaßangeboten. Außerdem organisiere ich das jährliche Vereinsfest, den Kuchenverkauf beim jährlichen Schwimmwettkampf sowie das Jugendtrainingslager. Darüber hinaus kümmere ich mich um viele weitere organisatorische Aufgaben rund um Ausflüge, Wettkämpfe und Veranstaltungen des Vereins. Zusätzlich darf ich von Vereinsseite aus die große Crowdfunding-Aktion „Speyer lernt schwimmen“ betreuen und mitgestalten.

Was ist das Schwierigste daran?
Tatsächlich mittlerweile die Organisation des jährlichen Jugendtrainingslagers. Wir sind im Verein seit vielen Jahren ein eingespieltes Team und arbeiten sehr harmonisch zusammen, weshalb die Zusammenarbeit selbst selten eine Herausforderung darstellt. Schwieriger wird es jedoch, passende Rahmenbedingungen für das Trainingslager zu finden: Wir benötigen eine Unterkunft, ein Schwimmbad in der Nähe und ausreichend Wasserzeiten beziehungsweise Kapazitäten für unsere Trainingsgruppen. Einen Ort zu finden, an dem all diese Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt werden, ist in den letzten Jahren zu einer großen organisatorischen Herausforderung geworden.

Warum machen Sie es gerne?
Weil der Wassersportverein Speyer für mich seit meiner Kindheit viel mehr als nur ein Verein ist. Dort wurden viele meiner schönsten Kindheitserinnerungen geprägt, weil sich damals schon viele Menschen ehrenamtlich engagiert haben und uns Kindern dadurch eine besondere Zeit ermöglicht haben. Heute selbst etwas davon zurückgeben zu können, bedeutet mir sehr viel. Wenn ich dazu beitragen kann, dass Kinder heute ähnlich positive Erfahrungen und Erinnerungen mitnehmen wie ich damals, dann lohnt sich der Einsatz für mich auf jeden Fall.

Was war ein besonderes Erlebnis?
Besondere Erlebnisse gab es in den vielen Jahren im Verein tatsächlich sehr viele – vor allem bei den Jugendtrainingslagern, die oft unvergessliche Erinnerungen schaffen. Ein ganz besonderes Highlight steht aber erst noch bevor: Im kommenden Oktober werden wir unser Jugendtrainingslager zum ersten Mal im Ausland veranstalten und gemeinsam nach Griechenland fliegen. Darauf freuen wir uns als Team und mit den Kindern natürlich schon riesig.

Wissen die Menschen Ihren Einsatz zu schätzen?
Da man sich im Vereinsumfeld überwiegend mit Menschen umgibt, die selbst ehrenamtlich aktiv sind, ist das Verständnis füreinander und für den jeweiligen Einsatz sehr groß. Man begegnet sich mit viel Wertschätzung und Respekt, weil jeder weiß, wie viel Zeit und Engagement hinter solchen Aufgaben stecken. Ich persönlich erlebe für meine Arbeit sehr viel positive Rückmeldung – sowohl von Vereinskollegen als auch von Eltern –, und das motiviert zusätzlich.

Was macht Ihre Aufgaben besonders?
Meine Aufgabe ist besonders, weil sie unglaublich abwechslungsreich ist und ich viele Dinge aktiv mitgestalten kann. Das motiviert mich sehr. Gleichzeitig ist die Funktion für mich auch deshalb ideal, weil ich beruflich stark eingespannt bin und viele organisatorische Aufgaben zeitlich flexibel von zu Hause aus erledigen kann. So habe ich trotzdem die Möglichkeit, meinen Beitrag für den Verein zu leisten, auch wenn ich aktuell nicht so viel Zeit direkt vor Ort im Schwimmbad verbringen kann.

Welchen Tipp würden Sie Interessierten mitgeben?
Wer sich für ein Ehrenamt interessiert, sollte einfach auf Vereine oder Organisationen zugehen und mit den Menschen dort ins Gespräch kommen. Für die unterschiedlichsten Lebenssituationen gibt es Möglichkeiten und Wege, sich einzubringen und Teil einer Gemeinschaft zu werden. Gleichzeitig bekommt man auch unglaublich viel zurück – sei es ein Kinderlächeln, ein dankbares Gespräch mit Eltern oder einfach ein ehrliches „Danke“ von Kollegen.

Zur Person

Ines Lause-Hassel (36) ist Bauingenieurin. Seit 2004 engagiert sie sich ehrenamtlich beim Wassersportverein Speyer und ist dort seit einigen Jahren als Organisationsleiterin tätig. Zu ihren Hobbys zählen Schwimmen, lange Spaziergänge mit einem guten Hörbuch oder Podcast sowie Zeit mit ihrer Familie.

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