Speyer Der Rhein-Pfalz-Kreis bleibt „schwarz“

Ab in die Urne: Die Wähler im Rhein-Pfalz-Kreis sind sich treu geblieben und haben den CDU-Direktkandidaten gewählt.
Ab in die Urne: Die Wähler im Rhein-Pfalz-Kreis sind sich treu geblieben und haben den CDU-Direktkandidaten gewählt.

Der Rhein-Pfalz-Kreis, dessen nörlicher Teil zum Wahlkreis 207 und dessen südlicher Teil zum Wahlkreis 208 gehört, bleibt „schwarz“. In keiner Gemeinde zwischen Bobenheim-Roxheim und Römerberg konnte die jeweilige SPD-Kandidatin am CDU-Konkurrenten vorbeiziehen.

Christdemokrat Johannes Steiniger wiederum holte im Wahlkreis 208 gegenüber der 30-jährigen Isabel Mackensen aus Niederkirchen (SPD) in Schifferstadt (41,3 gegenüber 20,1 Prozent), der Verbandsgemeinde Rheinauen (41,0 zu 23,3 Prozent) und in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen (43,4 zu 22,1) den größten Vorsprung heraus. Mackensen kam nirgendwo über 30 Prozent. Im Rhein-Pfalz-Kreis kam Steiniger im Schnitt auf 42,2 Prozent der Erststimmen, Mackensen auf 21,6. Die FDP hat es nicht nur auf Bundesebene in den Bundestag geschafft. Auch die Direktkandidaten in den Gemeinden des Rhein-Pfalz-Kreises haben erheblich mehr Stimmen auf sich vereinen können als bei der Wahl 2013. Markus Dürr, der für die Liberalen im Wahlkreis Neustadt-Speyer antrat, kann sich dennoch über ein Ergebnis von im Schnitt 6,4 Prozent im Rhein-Pfalz-Kreis freuen. Vergleichsweise konstant geblieben ist der Stimmenanteil der beiden Kandidaten der Grünen. Misbah Khan, die im Wahlkreis 208 antrat, kommt auf 7,6 Prozent im Schnitt (2013: 8,1 Prozent). Und auch bei der Linken gibt es wenig Veränderung. Maximilian Keck aus Böhl-Iggelheim erzielt im Wahlkreis 208 im Rhein-Pfalz-Kreis durchschnittlich 4,6 Prozent der Erststimmen (2013: 3,9 Prozent). Den größten Zuwachs allerdings hat, wie auf Bundesebene, auch im Rhein-Pfalz-Kreis die Alternative für Deutschland (AfD) zu verzeichnen. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war kein Direktkandidat angetreten. Auf 18,4 Prozent kommt AfD-Kandidat Wolfgang Kräher im Wahlkreis 208 in Waldsee, in Otterstadt auf 16,1 Prozent. Im Schnitt erreicht der 68-Jährige in den Rhein-Pfalz-Kreis-Gemeinden des Wahlkreises Neustadt-Speyer 12,6 Prozent. Helmut Pfaff (Böhl-Iggelheim), CDU-Kreisvorsitzender, spricht von einer „riesigen Enttäuschung“. Eine Jamaika-Koalition hält er für machbar, wenn „man nicht ideologisch an die Sache herangeht“. Bei den richtigen Kompromissen könne es für Deutschland vorangehen. Mit Blick auf die AfD sei „die große Frage, wie die Partei mit flachen Parolen Nichtwähler-Stimmen und zugleich Wähler der CDU und der Linken für sich gewinnen konnte“. „Die Große Koalition ist am Ende“, sagt Reinhard Reibsch (Böhl-Iggelheim), SPD-Kreisvorsitzender. Die SPD müsse sich darauf besinnen, ein Profil zu erarbeiten, vor allem in der Sozialpolitik. „Wir haben leicht zugelegt – darüber freue ich mich. Wir haben sehr gekämpft, ich sehe das Ergebnis positiv“, sagt Armin Grau (Altrip), Sprecher der Grünen im Rhein-Pfalz-Kreis. Und zur Option Jamaika: „Wenn es für eine Koalition passt, ja. Wenn nein, lassen wir die Finger davon. “ Konrad Reichert (Maxdorf), Vorsitzender des FDP-Kreisverbands, freut sich: „Super! Wir sind froh und dankbar. Es war ein langer und schwieriger Weg, aber letztlich ein erfolgreicher.“ German Bachert, AfD-Kreisvorsitzender, war trotz mehrerer Versuche nicht zu erreichen.

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