Speyer Der Finanzminister ist zu Scherzen aufgelegt

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) war am Freitagabend Gast im Historischen Museum der Pfalz, um Wahlwerbung für den Speyerer CDU-Landtagskandidaten Reinhard Oelbermann zu machen. Die Halle war voll. Alles drehte sich um die großen Themen: Flüchtlinge, Europa, Finanzmärkte – und Oelbermanns Körperumfang.

„So ein Wahlkampf, in dem es kurz vor der Wahl noch so knapp ist, macht doch erst richtig Spaß“, versuchte der Badener Schäuble die rheinland-pfälzische Situation schönzureden. Laut den Umfragen reicht es derzeit immer noch nicht für Schwarz-Gelb, aber auch nicht für Rot-Grün. „Mir wäre es lieber, wenn ich etwas Vorsprung hätte“, sagte Kandidat Oelbermann, worauf Schäuble konterte: „Angesichts Ihres Körperumfangs wäre ein Sprint ganz gut für Sie.“ Schäuble war zu Scherzen aufgelegt, spielte sich mit Oelbermann und dem Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler die Bälle zu. Oelbermann wiederum zeigte Ehrfurcht vor dem großen Politiker, unerfahren und unsicher im großen Wahlkampf, wie er immer wieder betonte. Doch bei allem Persönlichen auf dem Podium hatte Schäuble auch eine Botschaft an die Bürger: Sie müssen da jetzt durch, durch die Flüchtlingskrise. Es gebe dabei keine einfachen Lösungen zum Nulltarif, sagte der Finanzminister. „Es wird uns mehr Geld kosten, auch die Entwicklungspolitik.“ Steuererhöhungen in Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik werde es nicht geben, betonte Schäuble. Und in Vizekanzler Sigmar Gabriels Richtung sagte er kämpferisch: „Ich habe noch niemanden gesehen, der keinen Kita-Platz bekommen hat wegen eines Flüchtlings. Das ist eine Gespensterdebatte.“ Aber: Es könne nicht alles Priorität haben. „Das heißt aber nicht, dass wir kürzen. Wir konzentrieren“, so der Finanzminister. Er warf eine weitere Idee in den Raum: kein Mindestlohn für Flüchtlinge. Und überhaupt, die SPD: „Rheinland-Pfalz behandelt seine Kommunen schlechter als viele andere Bundesländer in der Bundesrepublik“, kritisierte Schäuble. Pluspunkte verteilte der Christdemokrat für die Leistungen seiner eigenen Partei vor allem in der Bundesregierung: höchste Rentenerhöhung seit zwei Jahrzehnten, schwarze Null im Haushalt, Deutschland als Retter der europäischen Ehre in der Flüchtlingskrise. Und Oelbermann? Zeigte sich beeindruckt von der Wortgewalt des Profis aus Berlin. Und ließ dem Finanzminister sowie dessen Frau vor allem eines zukommen: Büchergeschenke aus seinem Geschäft. (ccd)

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