Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Ausbruch erschwert Hilfe für Afghanen

Zaun drumherum: Quarantänehaus in der AfA.
Zaun drumherum: Quarantänehaus in der AfA.

Die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in der Kurpfalzkaserne hat derzeit großen Anteil an den Corona-Neuinfektionen in Speyer. Die Lage verschärft sich. Folge: Die Einrichtung muss Afghanistan-Flüchtlinge abgeben.

Die US-Armee hat nach der Machtübernahme der Taliban mehr als 34.000 Afghanen zu ihrem Stützpunkt im pfälzischen Ramstein gebracht. Einige davon haben Asylanträge in Deutschland gestellt, obwohl sie eigentlich für einen Aufenthalt in den USA vorgesehen waren. Mehr als 400 Personen wurden deshalb auf die rheinland-pfälzischen Erstaufnahmestellen aufgeteilt, wie die Landesregierung berichtete. 30 davon kamen am Dienstag nach Speyer. Dort konnten sie aber aufgrund eines Corona-Ausbruchs kürzer bleiben als zunächst geplant.

„Sie werden am Donnerstag und Freitag von Bussen wieder abgeholt und in die Aufnahmeeinrichtung in Kusel verlegt“, berichtet AfA-Leiter Steffen Renner auf Anfrage. Der Anlass: „Wir brauchen hier mehr Platz.“ Hintergrund ist, dass die AfA mit mehr als 700 Bewohnern schon recht gut belegt ist, sich die Corona-Lage aber verschärft hat. Nach 26 Fällen am Dienstag war die Einrichtung am Donnerstagnachmittag in der Summe bei 53 Fällen angelangt. Weitere werden laut AfA-Leitung befürchtet, weil noch die Ergebnisse von rund 100 Tests ausstanden.

Ganzes Haus unter Quarantäne

Der Ausbruch war nicht mehr wie Anfang der Woche überwiegend auf den separierten Bereich der Neuankömmlinge beschränkt, sondern es gab laut Renner auch mehrere Infektionen im regulären Bewohnerhaus 8. Zuerst hatten sich dort Mitglieder einer Familie infiziert, die in der Folge isoliert worden war. Mittlerweile sei festgestellt geworden, dass es in dem Haus zuvor weitere Ansteckungen mit der Deltavariante des Virus gegeben habe. Vor allem ein Stockwerk sei betroffen. Die Personen zeigten nur leichte Symptome.

Inzwischen sei das Haus komplett unter Quarantäne, so Renner. Alle Bewohner würden getestet, nichtgeimpfte mehrfach. Auch die Sporthalle diene als Isolierbereich. „Ich kann derzeit keine neuen Bewohner aufnehmen“, sagt Renner mit Blick auf mögliche weitere Asylanträge in Ramstein gelandeter Afghanen.

Inzidenz in Speyer steigt

Für die gesamte Stadt Speyer meldete das Land am Donnerstag 16 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt von 128,6 auf 142,4. In der Altersklasse von 20 bis 59 Jahren ist sie mit 172 sogar höher als bei den seltener geimpften Null- bis 20-Jährigen (163,8). In der Altersklasse „Ü60“ liegt der Kennwert bei 78,7.

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