Speyer
Bundeswehr-Übungsplatz: Bisher 160 Verstöße gegen Betretungsverbot
Auch knapp zwei Jahre, nachdem der Übungsplatz in den Sanddünen zwischen Speyer und Dudenhofen als „Militärischer Sicherheitsbereich“ ausgewiesen worden ist, werden von Patrouillen der Bundeswehr immer noch Spaziergänger, Jogger oder Hundehalter auf dem knapp 100 Hektar großen Gelände entdeckt. „Das ist aber sehr selten geworden“, sagt der für Standortangelegenheiten zuständige Feldwebel Gunnar Tanski vom Luftwaffenausbildungsbataillon in Germersheim auf Anfrage.
Weil das Betreten des teilweise umzäunten, teilweise nur durch Schilder abgegrenzten Areals verboten ist, werden seit dem 1. März vergangenen Jahres Eindringlinge von der Bundeswehr wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt. Bisher habe es rund 160 solcher Anzeigen gegeben, so Tanski. Damit verbunden sind in der Regel Geldbußen. In den vergangenen Wochen seien allerdings kaum noch Anzeigen dazugekommen. Offenbar habe sich mittlerweile bei der Bevölkerung die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Übungsplatz tabu sei. Zweimal täglich seien Streifen unterwegs. Seither habe auch der Vandalismus nachgelassen.
Notwendig wurde Tanski zufolge die Einstufung als militärischer Sicherheitsbereich, weil die Bundeswehr mit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine den Trainingsbetrieb hochgefahren hat – und dabei mitten in der Übung immer wieder ungebetene Besucher aufgetaucht seien, die über die Dünen spazierten. „Das war schon fast wie ein Freizeitpark“, sagt Tanski. In Germersheim habe es diese Probleme nicht gegeben, weshalb der dortige, ebenfalls frei zugängliche Übungsplatz bloß als „Militärischer Bereich“ gekennzeichnet sei.
Künftig noch mehr Übungen der Bundeswehr
Das Betretungsverbot diene der Sicherheit, betont Tanski – sowohl der übenden Truppe wie auch der unbefugten Besucher. Denn immer wieder finde sich im Gelände auch militärische Ausrüstung, die bei falscher Handhabung Gefahren berge. Der Speyerer Übungsplatz sei aktuell sehr gut gebucht: „Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht Einheiten dort sind.“
Der Betrieb werde sich sogar noch ausweiten, ist der in Germersheim stationierte Feldwebel überzeugt. Denn das Trainingsgelände in der Festungsstadt platze aus allen Nähten, „und wir werden noch mehr Rekruten bekommen“. Daher sei man bei der Bundeswehr froh, das Speyerer Areal nicht abgegeben zu haben: „Ohne das würden wir gar nicht mehr auskommen.“ Aktuell werde die Biwakfläche im nördlichen Bereich des Übungsplatzes erweitert. Dies ist der Teil des Geländes, in dem die Soldaten ihre Zelte fürs Nachtlager aufstellen.
Noch nicht vorangegangen ist die Sanierung der früheren Schießanlage der Franzosen im Dudenhofener Wald. Hier liefen noch Gutachten zur Umweltverträglichkeit eines Rückbaus, sagt Liegenschaftsverwalter Tanski. In diesem Jahr werde wohl an der Anlage selbst nichts mehr passieren.